Abgeltungssteuer kommt: Depot vorher aufbauen

Die Abgeltungssteuer kommt – das ist jetzt beschlossene Sache. Anleger müssen für Gewinne von Wertpapieren einheitlich 25 Prozent zuzüglich Soli-Zuschlag und Kirchensteuer zahlen. Dies gilt für alle Wertpapiere, die ab Januar 2009 gekauft werden.

Positiv: Ab Eintritt der Abgeltungssteuer ist es gleichgültig, wie lange Sie ein Wertpapier halten. Die bisher gültige Spekulationsfrist von einem Jahr wird abgeschafft. Sie müssen dann also auch diejenigen Wertpapiere nicht mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern, die Sie kürzer als ein Jahr im Depot haben.

Das Prinzip der Abgeltungssteuer ist sehr einfach: Alle Gewinne aus Wertpapieranlagen werden gleich behandelt, egal ob es sich um Kursgewinne, um Zinsen, um Dividenden oder um sonstige Ausschüttungen handelt. Auch auf die Haltedauer kommt es dann nicht mehr an.

Aber natürlich haben sich die Politiker doch wieder eine komplizierte Sonderregelung einfallen lassen. Diese betrifft Zertifikate: Bei Zertifikaten greift die Abgeltungssteuer schon für Papiere, die ab 14. März 2007 gekauft wurden. Gewinne, die Sie damit erzielen, fallen unter die Abgeltungssteuer, vorausgesetzt, Sie verkaufen die Zertifikate nicht schon wieder vor dem 30. Juni 2009. Besonders hart trifft dies Discount- und Indexzertifikate, deren Kursgewinne bislang komplett steuerfrei waren. Steuerfrei bleiben jetzt nur Gewinne aus denjenigen Zertifikaten, die Sie entweder vor dem 14. März 2007 gekauft haben oder vor dem 30. Juni 2009 wieder verkaufen.

Wegfallen wird übrigens auch die Möglichkeit, Werbungskosten individuell auf Nachweis geltend zu machen. Künftig gibt es nur eine Werbungskostenpauschale. Haben Sie beispielsweise für Orderkosten, Depotgebühren oder Besuche von Hauptversammlungen mehr Geld ausgegeben, wird es Ihnen ab 2009 nicht mehr möglich sein, diese Kosten in voller Höhe von der Steuer abzusetzen.

Ebenso wird die Möglichkeit eingeschränkt, Spekulationsverluste zu verrechnen. Verluste können Sie ab 2009 nur noch mit gleichartigen Gewinnen verrechnen. Die Möglichkeit von Verlustvorträgen soll nach 5 Jahren entfallen.

Fazit: Bis Ende 2008 sollten Sie Ihr Depot auf die kommende Steuer ausrichten. Decken Sie sich bis dahin mit Aktien und Fonds ein, die Sie länger halten wollen. Denn hier profitieren Sie von den alten steuerlichen Regeln, die Ihnen für solche Altfälle (also vor 2009 gekaufte Wertpapiere) auch nach Einführung der Abgeltungssteuer erhalten bleiben. Mit Anleihen und sonstigen Zinspapieren können Sie sich dagegen Zeit lassen. Bei allen Zinszahlungen sind Sie nach Einführung der Abgeltungssteuer besser gestellt als bisher, wo Sie Zinsen mit 30 Prozent versteuern müssen.




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