Aktien, Börse, Gold KW 8 in 2009

Suchbegriffe: Aktien, Börse, Gold
Ehe sich der Finanzsektor nicht stabilisiert hat, bleiben Aktien stark rückschlagsgefährdet
An den internationalen Börsen sind die wichtigsten Indizes so tief gefallen wie in früheren Krisenjahren. Das Misstrauen gegenüber den Banken hat wieder zugenommen. In den USA drohen Verstaatlichungen. In Europa wird über Staatsbankrotte und das Zusammenbrechen des Euro-Raums spekuliert. Der Grund: Man befürchtet, dass Milliardenkredite aus dem osteuropäischen Raum nicht zurückgezahlt werden können. Daher rechnet jetzt kaum noch jemand mit einer baldigen Erholung an der Börse.

Gold ist am vergangenen Freitag erstmals wieder über 1.000 US-Dollar je Unze geklettert. Das zeigt, wie tief das Vertrauen der Anleger in andere Anlageformen gesunken ist. Ein weiterer Beweis: Seit der Insolvenz von Lehman Mitte September hat Gold begonnen, sich von anderen Anlagen abzukoppeln. Im Unterschied zu Aktien und anderen Rohstoffen ist der Goldpreis um 20 % gestiegen.

Ich empfehle Ihnen aber erneut, Anlagen in Gold lediglich als Beimischung zum Depot einzusetzen. Nur 20 % der Nachfrage entfallen auf Anleger. 80 % dagegen auf Schmuckherstellung und Industriefertigung. Da sich diese Käufer allerdings zurückhalten, geht der Goldrausch überwiegend auf die Anleger zurück. Es mag sein, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt – er muss es aber nicht.

Der Deutsche Wirtschaftsbrief 08/2009

Dr. Erhard Liemen
Chefredakteur




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