Aktien, Börse KW 16 in 2008

Wie groß die Nervosität an der Börse ist, zeigt die Gewinnwarnung von General Electric
Weltweit wurden die Kurse auf Talfahrt geschickt, obwohl der US-Mischkonzern schwarze Zahlen schreibt. Das Umsatzwachstum wurde auf 8 %, der Gewinnanstieg auf 5 % reduziert. Je 10 % waren prognostiziert.  Der Hauptauslöser für den Schock: Seit rund 25 Jahren hat GE seine Prognosen regelmäßig übertroffen.

Die leicht positiven Tendenzen an den Aktienmärkten hatten dadurch erneut einen Rückschlag erlitten. Niemand weiß, wie lange die Rezession in den USA dauert und wie stark sie auf andere Länder übergreift. Zu den Optimisten zählen derzeit nur die Top-Manager, die Unternehmensaktien in der Schwächephase kaufen. Bei weiter wachsenden Risiken für die Weltwirtschaft könnte sich das diesmal als zu früh erweisen.

Für Sie als Privatanleger ist die Zeit noch nicht reif, schon wieder in großem Stil in Aktien einzusteigen. Wo es Sie reizt, kaufen Sie nur sukzessive ein. Also nicht gleich mit dem geplanten Investitionsvolumen. Fangen Sie mit 10 bis maximal 25 % dieser Summe an. Warten Sie dann die weitere Entwicklung ab.

Auch wenn die Abgeltungsteuer näher rückt, besteht allein deshalb bei Aktien kein Grund zur Eile.  Für langfristige Positionierungen können Sie sich wahrscheinlich bis zum Spätsommer/Herbst Zeit lassen. Denn: Erst zum Jahresende hin dürften abgeschreckte Anlegerkreise wieder mehr Mut zu Aktien haben. Sind ausländische Investoren dann nicht abgabebereit, könnten die Kurse an der Börse teils kräftig steigen.

Der Deutsche Wirtschaftsbrief 16/2008

Dr. Erhard Liemen
Chefredakteur




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