Aktien, Börse KW 23/2008

Suchbegriffe: Aktien, Börse
Hohe Inflation und unsichere Konjunkturaussichten bremsen die Aktien-Dynamik an der Börse
Der überraschend starke Rückgang der deutschen Einzelhandelsumsätze hat den Euro unter Druck gesetzt. Zugleich ist die Euro-Inflation auf den Rekordwert von 3,6 % gestiegen. Der US-Dollar ist stärker geworden. Er hat von dem zeitweilig sinkenden Rohölpreis profitiert. Gegenüber dem Euro könnte er noch weiter zulegen. Nämlich dann, wenn die Rohstoffpreise fallen sollten.

Eine generelle Wende nach oben ist an der Börse nicht zu erwarten. Vielmehr meldet sich die Finanzkrise zurück. Wie schon auf Seite 1 dargelegt, dürfte die Inflation für den Rest des Jahres ein wichtiges Thema bleiben. Die Erfahrung zeigt, dass sich Dividenden-Papiere am besten entwickeln, wenn die Inflation schwach ist. Dagegen ist ab einer Teuerung von ca. 6 % von einem tendenziell negativen Ergebnis bei Aktien auszugehen. Profitieren könnten von einer Inflation nur stark rohstoffpreisabhängige Titel.

Auch wenn der Ölpreis zunächst weiter fällt, sollten Sie in Fördergesellschaften wie Statoil investiert bleiben. Unter den Minentiteln bleiben die Aktien von BHP Billiton trotz der ständigen Kursschwankungen mein eindeutiger Favorit. An das Potenzial von K+S habe ich in der vergangenen Woche erinnert.

Auf Leser-Anfrage: In Sachen Goldpreis könnte die Korrektur durchaus noch einige Wochen andauern. Die Marke von 850 Dollar je Unze dürfte jedoch halten, da es auf diesem Niveau zu Zukäufen kommt. Wenn Sie ebenfalls zukaufen wollen, nutzen Sie schwache Tage und setzen Sie auf physisches Gold. Am einfachsten können Sie Barren und Münzen über Edelmetallhändler erwerben.

Der Deutsche Wirtschaftsbrief 23/2008

Dr. Erhard Liemen
Chefredakteur




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