Aktien Gold Inflation


Aktien Gold Inflation


Während die Kurse von Aktien wieder stärker schwanken, hält sich der Goldpreis auf hohem Niveau
Bei Aktien sind viele Bankanalysten wieder skeptischer. Der Grund: Nachlassendes Investorenvertrauen. Und in der Tat werden die seit März erfolgten Kursanstiege von den fundamentalen Zahlen nicht gestützt. Vielmehr haben die meisten Unternehmen in naher Zukunft mit großen Problemen zu kämpfen.

Anleger trauen der expansiven Geldpolitik nicht, die ab 2011 in eine stärkere Inflation einmünden dürfte. Zudem machen die Staaten immer mehr Schulden, und die Stabilität einzelner Währungen wird bezweifelt. Viele Privatinvestoren haben deshalb wenig Vertrauen in Papiergeld und setzen auf physisches Gold.

Diese Nachfrage hält den Preis seit Wochen hoch. Erneute Kurssprünge sind bisher aber ausgeblieben. Das erklärt sich zum einen aus der aktuell ausgeprägten Schwäche der Industrie- und der Schmuckbranche. Zudem ist die Altgoldverwertung spürbar angestiegen. Angebot und Nachfrage gleichen sich so in etwa aus.

Mittelfristig dürften die Aussichten für Gold aber gut bleiben. Ein Preisanstieg ist wahrscheinlich. Denn: Verstärken sich deflationäre Tendenzen, müssten die Notenbanken noch mehr Geld auf die Märkte werfen. Zwangsläufig stiege das Interesse an Gold. Jede Deflation endet erfahrungsgemäß in einer Inflation. Auch das würde die Nachfrage nach physischem Gold steigern.

Dennoch rate ich davon ab, Goldmünzen oder Goldbarren als rentable Renditeobjekte einzustufen. Betrachten Sie solche Anlagen als Absicherung gegen mögliche kommende Verluste in Finanzanlagen. Sollte die Inflation zum ernsten Problem werden, bietet Ihnen Gold die beste Absicherung.

Das Schlimmste, was Ihnen bei Gold drohen könnte, wäre eine Enteignung durch den Staat. Sicherlich: Aktuell ist das unwahrscheinlich. Politiker könnten aber erwägen, dadurch die enormen Schulden zu bezahlen. Verbietet der Staat den Goldbesitz, wird die Masse der Bürger das begrüßen, weil es die „Richtigen“ trifft. Gerichte könnten Goldanlagen als sozialschädlich einstufen, da das Geld dem Wirtschaftskreislauf fehlt.
 

Der Deutsche Wirtschaftsbrief 20/2009

Dr. Erhard Liemen
Chefredakteur




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