Aktionäre Vorstände Aufsichtsräte

Aktionäre Vorstände Aufsichtsräte 

Sind Sie Aktionäre, dürfte Ihnen angesichts geldgieriger AG-Vorstände der Kamm schwellen
20 Mio. € Pension für den Ex-Post-Vorstand Zumwinkel, 58 Mio. € für den Vorstand der Dresdner Bank. Missbrauch und Selbstbedienung haben in vielen Unternehmen Einzug gehalten. Aufsichtsräte machen mit. Selbst die Regierung prangert die Selbstbedienung an und spricht von schärferen Reglementierungen. Indes: Wenn Politiker mehr Kontrollen fordern, meinen sie den Staat. Die Finanzaufsicht hat bisher aber versagt.  Wie auch sämtliche staatlichen Kontrollorgane beim Desaster der Landesbanken.

Wenn jemand gierige Vorstände und Aufsichtsräte maßregeln sollte, sind es die Aktionäre. Diese sind die wahren Eigentümer. Viele scheuen sich aber, ihre Aktionärsrechte tatsächlich wahrzunehmen. Anstatt sich in Hauptversammlungen selbst zu Wort zu melden, lassen sich Kleinaktionäre lieber vertreten. Jetzt hält der Fiskus sie auch noch vom Besuch der Hauptversammlungen ab. Konkret:

Die bisherige steuerliche Absetzbarkeit der Reisekosten ist mit Wirkung ab 2009 gestrichen worden. Wollen Aktionäre ihr Fragerecht selbst ausüben und Gremien nicht entlasten, können sie das zwar weiterhin tun. Sie müssen die dafür notwendigen Aufwendungen jedoch vollständig aus ihrer eigenen Tasche zahlen. So trägt der Staat dazu bei, dass Aufsichtsräte und Vorstände nicht kontrolliert und kritisiert werden.
 

Der Deutsche Wirtschaftsbrief 13/2009

Dr. Erhard Liemen
Chefredakteur




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