Arbeitgeber Kündigung krank


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Einem Arbeitnehmer, der öfter kurzzeitig krank ist, dürfen Sie nicht ohne Weiteres die Kündigung aussprechen
Das folgt aus einem kürzlich ergangenen Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (Az. 10 Sa 601/07). Für Sie der Fall: Ein Arbeitnehmer war seit 27 Jahren in einem Betrieb als Sanitärinstallateur beschäftigt. In den letzten Jahren war er wiederholt kurzzeitig krank gewesen. Daraufhin kündigte ihm der Arbeitgeber. Begründung: Die volle Leistungsfähigkeit des Installateurs sei nicht mehr zu erwarten und eine Weiterbeschäftigung somit nicht wirtschaftlich. Das wollte der Mitarbeiter nicht hinnehmen – er erhob Kündigungsschutzklage.

Vor dem LAG bekam er Recht. Nur weil ein Arbeitnehmer häufig für kurze Zeit krank sei, rechtfertige das nicht gleich eine Kündigung. Vielmehr müsse der Arbeitgeber dazu eine nachvollziehbare negative Gesundheitsprognose vorlegen. Weiterhin habe er die zu erwartenden wirtschaftlichen Nachteile für sein Unternehmen darzulegen. Zudem müsse die Kündigung sozial gerechtfertigt sein. All das sahen die Richter im Urteilsfall nicht gegeben. 

Der Deutsche Wirtschaftsbrief 23/2008

Dr. Erhard Liemen
Chefredakteur
 




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