MDax: Bilanzskandal und Milliardenverluste – das müssen Sie wissen…

morgen, am 20. April, findet die Hauptversammlung eines Unternehmens statt, das wohl als sehr spektakulärer Fall von Kapitalvernichtung steht. Es geht um Milliardenverluste, die in den kommenden Monaten wohl nicht mehr aufgeholt werden können. Anwälte fangen an, ihre Arbeit zu erledigen. Meine Meinung dazu ist klar…

Steinhoff…

… heißt das Unternehmen und ist der Skandal schlechthin. Das Unternehmen war im März 2016 in den MDax aufgestiegen. Dann ging es für das – auch – in Südafrika gelistete Unternehmen im Sommer 2017 schon darum, Gerüchte zu widerlegen, die von einer Überschuldung kündeten. Am 5. Dezember 2017 kam die Meldung, dass es Bilanzunregelmäßigkeiten gegen habe. Seither fällt die Aktie. Und fällt und fällt.

Mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft. Es geht um den Verdacht auf Bilanzbetrug und darum, möglicherweise auch darum, dass die Ad-hoc-Mitteilungspflicht verletzt worden sei. Das Unternehmen und seine Führungsgremien müsste dafür schon vor dem 5. Dezember Bescheid gewusst haben.

Dies wird morgen im Zug der Hauptversammlung sicher auch Thema sein. Anwälte freuen sich schon auf neue Aufträge. Nur: Lohnt sich das überhaupt? Ich kann das kaum kalkulieren. Nur: Das Unternehmen war gut 20 Milliarden wert, jedenfalls an den Börsen. Nun ist es etwa 0,7 Milliarden Euro schwer. Noch, und der Kurs wandert weiter nach unten. Wer sollte da wie haften?

Wieviel könnte der Vorstand tragen?

Wieviel könnte also der Vorstand finanzieren, wenn er tatsächlich haften müsste für die Nicht-Meldung und dafür, die Bilanzen gefälscht zu haben? Selbst wenn der Vorstand über viel Geld verfügen würde – soviel Geld wird er wohl nicht haben oder nicht mehr haben. Ich gehe jede Wette ein: Viel verdienen hier vor allem die Anwälte.

Dies ist auch in anderen Fällen so. Wenn es um Schifffonds geht, wenn es um Anleihe-Gläubigerschutz geht oder auch um diverse andere geschlossene Fonds. Das Eine ist, Recht zu bekommen. Das Andere, dafür auch Geld zu erhalten. Ich meine, viel wichtiger ist es, erst gar nicht in solche Fallen zu geraten.

Ich warne mit meinem Kollegen Dr. Liemen im „Deutschen Wirtschaftsbrief“ permanent vor teuren Fallen. Es ist schwierig, diese Fallen als solche zu erkennen – wie im Falle von Steinhoff. Auch hier hatten wir gewarnt. Nun ist es viel zu spät für Investoren, meinen wir. Sollten Sie betroffen sein, überlegen Sie ganz klar, ob Sie dem guten noch „schlechtes Geld“ hinterherwerfen und Anwälte mit dem Fall betrauen sollten.

Ansonsten bitte ich Sie und empfehle Ihnen, unsere Hinweise (sehen Sie hier kostenfrei nach) zu guten Investitionen mit Substanz sowie die Warnhinweise regelmäßig zu prüfen. Es lohnt sich, wieder dieser MDax-Fall zeigt.

Mit den besten Grüßen
Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

P.S. Die GroKo ist im Amt. Das wird teuer, meinen Kritiker. Jetzt haben viele Angst um die Stärke der Finanzmärkte, um die Börsen. Dennoch: Es gibt zu allen Zeiten Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften. Die Liste mit meinen Gewinn-Garanten für 2018 finden Sie HIER