Abzocke II: Vorsicht Trickbetrüger

Abzocker wollen an Ihr Geld

Unternehmen und Verbraucher bleiben im Visier von Abzockern und Gaunern.

Mit dem richtigen Hintergrundwissen können Sie aber den Betrügern ein Schnippchen schlagen.

Nach unserem 1. Teil zu den derzeit dreistesten Abzocker-Versuchen geht es an dieser Stelle um 2 weitere hochaktuelle Betrügereien.

 

Abzocke 4: Der Trick mit den Software-Dienstleistungen

Derzeit erhalten immer mehr Verbraucher Anrufe von vermeintlichen Service-Technikern. Diese geben sich als Mitarbeiter großer Software-Firmen wie bspw. Microsoft aus.

Deren perfide Masche: Sie erklären den Angerufenen, dass es Probleme mit den Softwarelizenzen auf dem heimischen PC gebe oder eine akute Virengefahr bestehe.

Das ist reiner Unfug und soll nur dazu dienen, persönliche Daten herauszulocken.

 

So wollen die Betrüger an Ihren Rechner

Doch die Abzocker gehen meist noch einen Schritt weiter. Denn es wird vorgegaukelt, dass die angeblichen Probleme über ein Fernwartungsprogramm behoben werden können.

Sie erahnen es schon: Auf diesem Weg wollen die Gauner weiteren Zugang zu persönlichen Daten auf dem Rechner erhalten.

Besonders gemein: Zusätzlich zum Datenklau werden die Computernutzer auch gleich noch erpresst:

Man droht damit, den Rechner zu sperren, wenn nicht eine dreistellige Summe für die „Wartung“ gezahlt wird.

 

So können Sie sich vor dieser Abzocke schützen

Die wichtigste Warnung ist auch die grundlegendste: Reagieren Sie nicht auf solche unangemeldeten Techniker-Anrufe.

Die meisten Software-Firmen haben schon erklärt, dass sich ihre Service-Mitarbeiter vorher anmelden würden.

Sollte dies einmal doch nicht der Fall sein, immer selbstständig in der Zentrale oder beim technischen Support nachfragen.

Am Ende gilt: Lassen Sie sich nicht abzocken und legen Sie bei solchen Anrufen am besten sofort auf.

 

Abzocke 5: Das falsche Spiel mit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Wer als Unternehmen im EU-weiten Handel aktiv ist, sollte über eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, kurz UST-ID, verfügen.

Sie sorgt dafür, dass im grenzüberschreitenden Handel keine Umsatzsteuer anfällt.

Viele Firmen haben sie und verwenden sie. Und sollen nun Opfer einer alten Abzocke im neuen Gewand werden.

 

Unerwünschte Post

Viele Unternehmen bekommen derzeit Post vom „Europäischen Zentralregister zur Erfassung und Veröffentlichung von Umsatzsteuer-Identifikationsnummern“.

Das versandte amtlich aussehende Formular fordert zur Registrierung der eigenen Identifikationsnummer auf.

Doch bei genauem Hinsehen handelt es sich nur um eine neue Variante der bekannten Branchenbuchfalle.

 

Alte Abzocke in neuem Gewand

Denn im Kleingedruckten wird für die Registrierung eine Jahresgebühr von 890,00 € verlangt.

Hinzu kommt: Es wird eine Mindestvertragszeit von 2 Jahren vereinbart, was die Kosten auf 1.780,00 € hochtreibt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Hinter dem Zentralregister steht keine europäische Institution, die in irgendeiner Weise legitimiert ist.

Das wurde von den entsprechenden Einrichtungen in der EU bestätigt.

Es geht schlicht um Abzocker, die darauf bauen, dass die Angeschriebenen in der Hektik des Büroalltags das Kleingedruckte nicht ausreichend genug studieren.

 

Wehren Sie sich

Mein Rat ist eindeutig: Lassen Sie sich von dieser neuen Abzocker-Masche nicht hinters Licht führen.

Am besten ist es, Sie werfen das Schreiben in den Müll.

Sollten Sie bereits darauf reingefallen sein, dann: Konsultieren Sie umgehend Ihren Rechtsanwalt, um den Vertrag anzufechten.

In ähnlichen Fällen haben die Gerichte bereits öfter zugunsten der reingelegten Kunden votiert.

Hier geht es zum 1. Teil:

Achtung Abzocke: So wollen Betrüger an Ihr Geld

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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