Apple höher bewertet als das gesamte Gold der Welt – ist das ein Alarmzeichen?

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Apple steht wieder kurz vor dem nächsten Allzeithoch. Da auch der Goldpreis sich bewegt, allerdings in die andere Richtung, hat das Unternehmen jetzt einen gigantischen Wert. Darauf machte auch ein Sprecher auf einer Trader-Konferenz in Chicago aufmerksam, die ich dieser Tage für Sie – und für mich – besuche. Er ließ klar erkennen, dass Apple wohl überbewertet sein muss. Ich habe darüber nachgedacht. Ich sehe das Gegenteil – trotz eines sehr ansprechenden Vortrags, der lediglich in diesem Punkt irrt.

Apple: Hier wird Geld verdient…

Der Unterschied besteht schlicht darin, dass Gold kein Geld verdient, während Apple immer wieder Kunden wie auch mir das Geld aus der Tasche zieht. Immerhin hatte ein anderer Sprecher indirekt ein Lob parat: Apple-Kunden würden deutlich „smarter“ sein (hier war allerdings gemeint: Im Durchschnitt kaufmännisch erfolgreicher) als die Kunden, die ein Android-Smartphone haben. Das ist aber, mit Verlaub, ein statistischer Trick. Denn Apple ist einfach teurer. Deshalb zieht Apple auch – nicht nur – Menschen an, die Geld für das teure Spielzeug und Werkzeug hergeben.

Apple ist allerdings deshalb auch auf der Liste von Warren Buffett sehr weit oben. Denn die US-Amerikaner haben sich eine weltweite Fangemeinde geschaffen, die gigantisch groß und treu ist. Und sie haben Produkte wie auch Software um das Smartphone gruppiert, die dieses quasi unersetzbar machen. Das kenne ich auch selbst. An sich hätte ich keine „Watch“ des Herstellers benötigt. Nun habe ich sie – seit einiger Zeit – und kann sie mit keinem anderen Hersteller in Kombination einsetzen. Geschickt gemacht.

Gold aber kann das alles nicht. Es sichert gegen mögliche Währungsprobleme sehr gut ab. Denn bei einem Dollarsturz würden viele Anleger in Gold flüchten. Aber es schafft keinen Gebrauchsmehrwert, die Karl Marx und offenbar auch Warren Buffett es nennen würden.

Google/Alphabet: Zu teuer?

Übrigens hat dieser Sprecher, der also Apple mit Gold verglich, auch Google/Alphabet „bewertet“. Sein Vortrag, wie gesagt, war exzellent. Seiner Statistik nach verlieren die Top-Unternehmen jedoch alle 17 Jahre spätestens ihren Spitzenplatz. Also auch Google. Nur: Google ist nicht Spitze, sondern beherrscht einen Teil der Welt. Wer über Google sucht – nach einem Urlaubsort etwa – und dann in einer Mail auf dem Google-Konto in der Betreffzeile ankündigt, Urlaub machen zu wollen, also ich zum Beispiel, der darf damit rechnen, dass schon bald die Mietwagen-Angebote eintrudeln oder eingeblendet werden.

Wie könnte Google damit kein Geld verdienen?  Übrigens: Am Montag verkündet das Unternehmen neue Zahlen zum zweiten Quartal. Ich bin gespannt, rechne aber mit sehr guten Werten. Und einer sehr schönen Prognose. Auch meine Leser wird es freuen – überzeugen Sie sich selbst:  einfach hier klicken bitte.

Dennoch: Die Vorträge sind ausgezeichnet, die Diskussion mit US-Experten enorm bereichernd – und auch Sie werden (hoffentlich) davon profitieren wollen.

Mit den besten Grüßen Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

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