Gold als Anlage: 5000 t Gold in deutschem Besitz

Gold als Anlage ist weiter im Kommen. Weit über 5.000 t Gold sollen sich mittlerweile im Besitz deutscher Privatanleger befinden. Über 40 % davon stammen einer Studie zufolge aus Käufen in den letzten drei Jahren. Das ist gewaltig. Wie keine andere Nation in Europa haben sich die Deutschen mit Münzen und Barren eingedeckt und sich Gold als Anlage-Option geschaffen.

Physisches Gold als Anlage-Sicherheitssockel ist eine gute Sache. Andererseits ist Gold quasi eine Religion. Wie Dr. Liemen seinen Lesern schon oft schrieb, glaubt man daran, oder man lässt es bleiben. Das Risiko bei diesem Edelmetall: Wer Gold als Anlage zu teuer einkauft, kann erhebliche und nachhaltige Verluste erleiden.

Viele Deutsche schreckt das nicht. Trotz des hohen Preises soll aggressiv umgeschichtet worden sein. Manche haben sogar ihre Lebensversicherungen gekündigt, um das ganze Geld in Edelmetalle anzulegen. Von solchen Aktionen halte ich überhaupt nichts. Dahinter steckt nämlich nur die pure Angst.

Weiterhin vorsichtig bei Euphorie gegenüber Gold als Anlage

Gold als Anlage - die Deutschen decken sich mit Münzen und Barren ein.

Gold als Anlage - die Deutschen decken sich mit Münzen und Barren ein.

Es mag sein, dass der Goldpreis im kommenden Jahr neue Höchststände erreicht. Sicher ist das jedoch nicht. Zu den größten Optimisten für Gold zählt wenig überraschend die Branchenvereinigung World Gold Council. Ihr jüngstes Argument: Immer mehr Notenbanken würden Fremdwährungsreserven durch Gold ersetzen. Das dürfte für eine gewisse Preisstabilität sorgen – mehr aber möglicherweise nicht.

In Abnahmeländern wie Indien und China ist die Preissensibilität gestiegen. Die Nachfrage hat nachgelassen. Private Käufer warten auf günstigere Gelegenheiten und rennen Gold bei Preisanstiegen nicht hinterher. Und das sollten Sie ebenfalls nicht tun, wenn Sie noch Münzen oder Barren kaufen wollen.

Wichtig bei Verwahrung des Goldes

Verwahren Sie physisches Gold so, dass Sie bei Bedarf garantiert und problemlos darauf zugreifen können. Das ist möglicherweise nicht gewährleistet, wenn ausländische Stellen Ihre Goldbestände verwahren. Hier tummeln sich zudem Anbieter auf dem Markt, deren Seriosität längst nicht immer zweifelsfrei ist. So sollen Anleger Sparpläne zeichnen. Das Gold werde unter höchster Sicherheit im Ausland gelagert. Via Internet wird damit geworben, dass das Gold in diesen Fällen besonders günstig eingekauft werde. Ich warne: Auf Angebote dieser Art sollten Sie nicht hereinfallen.

Doch selbst bei erstklassigen Auslandsbanken kann eine physische Goldauslieferung zum Problem werden. So verweist etwa die Zürcher Kantonalbank bei ihren goldunterlegten ETFs auf Barren zu je 12,5 kg. Von solchen Mengen dürften Privatanleger nur träumen. Das Geldhaus Julius Bär bietet auch Unzen an. Bei tatsächlicher Auslieferung, so die Bank, könne sie dann aber die „Herstellungskosten“ verlangen.

Kommt es zur echten Krise, stellt sich die Frage, ob ein Goldtransfer dann überhaupt noch funktioniert. Es ist zumindest nicht völlig auszuschließen, dass einzelne Staaten in irgendeiner Form intervenieren. Gerade wenn Gold am dringendsten benötigt würde, könnten Regierungen den Zugriff darauf vereiteln. Etwa dadurch, dass sie ihren Banken die Ausfuhr von Gold untersagen.

Bilderquelle: © Jakub Krechowicz  – Fotolia.com

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