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Lufthansa: Günstige Aktie zum Abheben?

Die Börsen funktionieren derzeit wieder bestens, so der Eindruck. Der Dax hat mit seinem neuen Allzeithoch die Erwartungen für die Jahresendrallye erfüllt. Dennoch bleibt die Frage, ob es unter den attraktiven Titeln im deutschen Leitindex nicht einen Wert gibt, der noch besonders günstige Bewertungen anzeigt. Die Lufthansa könnte eine solche Chance darstellen – wenn Sie sich auf eine zumindest halbwegs stabile Konjunktur einstellen.

Lufthansa: Die niedrigen Zahlen

Zunächst fällt auf, dass das Unternehmen die Corona-Zeit offenbar sehr gut überstanden hat. Damals hob kein Flieger ab, die Umsätze fielen in sich zusammen und die Kosten explodierten. Das alles ist wie aus ferner Zeit. Aktuell wird für das laufende Jahr ein Umsatz von gut 36 Milliarden Euro zu erwarten sein – ein schönes Ergebnis.

Der Gewinn der Lufthansa im laufenden Jahr sollte bei ungefähr 1,8 Mrd. Euro herauslaufen. Das wäre eine Zahl, die Analysten auch für das kommende Jahr erwarten und die sich kalkulieren lässt. Denn der Markt hat die Lufthansa mittlerweile mit ziemlich genau 10 Milliarden Euro Börsenwert ausgestattet. Das heißt rechnerisch, dass das Unternehmen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 5,5 auf die Waage bringt. Dies gilt für dieses wie auch für das kommende Jahr (bezogen auf den aktuellen Kurs).

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) der Lufthansa liegt dabei in Höhe von etwa 0,45 in diesem und etwas niedriger im kommenden Jahr. Beide Kennziffern, das KGV wie auch das KUV, zeigen im Grunde eine sehr günstige Bewertung an. Dazu können Sie als Investor mit einer Dividendenrendite von fast 3 % rechnen. An sich passt alles.

Wie entwickeln sich die Rahmenbedingungen für die Lufthansa?

Die fundamentalen Kennzahlen halte ich sowohl auf den ersten wie auch auf den zweiten Blick für günstig. Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Lufthansa die Krise überstanden hat. Allerdings ist die Luftfahrt nicht so einfach zu beherrschen.

Vor allem die politischen Rahmenbedingungen können dem Unternehmen einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen. Steigen die Steuern – dies wird quasi indirekt in der Ampel-Regierung als Zugeständnis durch die FDP gefordert -, würde die Lufthansa darunter sicherlich zumindest bei Inlandsflügen leiden. Steigen die Benzinpreise weiter – durch die CO-2-Abgaben -, kann dies auch die Rahmenbedingungen beeinflussen.

Warren Buffett hat einst wissen lassen, dass politische Abhängigkeiten wie bei Fluggesellschaften nicht gerade sein Wunsch sind. Das ist der Preis, den Sie als Investor bei Unternehmen wie der Lufthansa stets bedenken müssen. In der Corona-Zeit hat dies geholfen, in der Klima-Schutz-Zeit kann dies noch zur Belastung werden. Günstig aber ist die Aktie.

Lufthansa: Günstig – mit Risiken – WKN: 823212 – ISIN: DE0008232125

Quelle: https://fundamental.aktienscreener.com/DE0008232125/EI/deutsche-lufthansa-ag/data

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

PS: Es gibt im Dax auch andere günstige Unternehmen mit einer weniger großen politischen Abhängigkeit – klicken Sie hier.

Redaktionsschluss: 11.12.2023, 08.30 Uhr

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