Mittelstandsanleihen III: So treffen Sie die richtige Auswahl

Worauf Sie bei der Auswahl Ihrer Mittelstandsanleihen achten müssen

Wenn Sie in Mittelstandsanleihen investieren wollen, denken Sie daran:

Diese müssen sich den gleichen Auswahlkriterien stellen, wie beispielsweise Staatsanleihen oder andere Unternehmensanleihen.

Sehen Sie den Auswahlprozess als roten Faden oder Checkliste, die Sie Punkt für Punkt abarbeiten. Folgende Aspekte sind dabei wichtig:

 

1. Die Investmentidee des Emittenten

Am Anfang einer Anlageentscheidung steht immer die Investmentidee. Dies greifen wir regelmäßig auch in unseren Newslettern „Der Deutsche Wirtschaftsbrief“ und „Dr. Liemen Depot-Brief“ auf.

Zum Thema Mittelstandsanleihen hatten wir unter anderem in der Sonderausgabe des Deutschen Wirtschaftsbriefes zu den Anlagefavoriten 2013 geschrieben.

So sehen wir bei Mittelstandsanleihen derzeit sehr gute Chancen bei Immobilienwerten und im Agrarsektor. Abonnenten können dies im Abonnenten-Bereich der Seite www.gevestor.de nachlesen.

 

2. Auf die Marktliquidität der Mittelstandsanleihen achten

Bei der Auswahl der einzelnen Mittelstandsanleihen geht es nicht nur um Kupon und aktuelle Rendite. Es geht auch um eine ausreichende Marktliquidität.

Sie stellt sicher, dass Sie im Notfall schnell aus der Mittelstandsanleihe wieder aussteigen können.

Eine gute Handelsliquidität stellt aber auch sicher, dass der Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs, der so genannte Spread, nicht zu hoch ausfällt.

Ansonsten droht die Gefahr, dass Sie zu teuer kaufen und im Gegenzug zu billig wieder verkaufen müssen.

Generell gilt: Bei einem Investment in Mittelstandsanleihen sollten Sie immer Ihren Auftrag limitiert abgeben. Also mit Maximal-Kursen beim Kauf und Mindest-Kursen beim Verkauf.

 

3. Denken Sie an die Restlaufzeit der Mittelstandsanleihe

Das Zusammenspiel von aktuellen Kursen und Laufzeit der Mittelstandsanleihe müssen Sie kennen und einkalkulieren.

Notiert eine Mittelstandsanleihe deutlich über Pari, also 100%, hat aber gleichzeitig nur noch eine überschaubare Laufzeit verfügen, sind Kursverluste absehbar.

Denn gegen Laufzeitende gehen alle Anleihen wieder in Richtung 100%. Und die dann möglichen Verluste könnten womöglich nicht durch den Kupon aufgefangen werden.

 

4. Ordnen Sie die Ausfallwahrscheinlichkeit und das Rating richtig ein

Wenn Laufzeit, Rendite und Kursniveau passen, fällt der Blick noch auf ein vorhandenes Rating.

Dieses soll vor allem signalisieren, über welche Bonität der Emittent verfügt und wie hoch die Ausfallwahrscheinlichkeit im Zeitablauf sein kann.

Im Mittelstandssegment kommen dabei derzeit am häufigsten die Ratings BBB und BB (jeweils mit den Zusatzabstufungen Minus bis Plus) vor.

 

Kennen Sie Ihr Risiko

Die Unterschiede in den Ausfallwahrscheinlichkeiten sind dabei gravierend.

So beträgt die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit bei einer BBB-Anleihe ein Jahr nach der Emission gerade einmal 0,18%. Bei einem BB-Rating sind es immerhin 1,06%.

3 Jahre nach Emission sind es bei BBB erst 0,72%, bei BB dagegen schon 8,68%. Nach 5 Jahren haben wir es dann schon mit 1,78% bzw. 10,97% zu tun.

Im direkten Vergleich: Bei einem Einfach-B beträgt nach 5 Jahren die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit fast 22%, also jede fünfte Anleihe.

 

Bleiben Sie bei Mittelstandsanleihen flexibel

Wenn Sie sich an den 4 genannten Punkten orientieren, steht einem erfolgreichen Einstieg in das Segment der Mittelstandsanleihen nichts mehr im Weg.

Wenn Sie investieren, sollte gelten: Achten Sie auf Marktschwankungen.

Auch im Anleihenbereich gibt es zum Teil deutliche Schwankungen in den Kursen und Über- bzw. Unterbewertung.

Setzen Sie sich von vornherein erst einmal nur übersichtliche Anlagehorizonte, am besten die ersten beiden Zinszahlungen.

So erhalten Sie sich auch anlagepsychologisch die nötige Flexibilität, um auf Marktveränderungen zu reagieren.

Lesen Sie auch die ersten beiden Themen-Artikel

Mittelstandsanleihen: Neue Wege für Unternehmen und Anleger

Mittelstandsanleihen II: Diese Risiken müssen Sie kennen

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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