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Nach dem Schock: Apple bleibt stark

Am Dienstag ist die Aktie von Apple deutlich abgestürzt, sie verlor am Ende des Tages gleich -4,2 %. Neben dem Absturz von Tesla sorgte dies dafür, dass die Märkte in den USA unter dem Strich deutlich nachgaben. Was aber ist passiert – und können Sie die Kultaktie noch weiter kaufen? Die Kursverluste der vergangenen Wochen geben Anlass zum Zweifel.

Apple: Weniger Verkäufe

Grundsätzlich ist die Aktie in einem ohnehin schwachen Umfeld nach unten gerutscht. Technologie-Aktien, zumal die der großen US-Unternehmen, sind derzeit schon deshalb schwach, weil die Konjunkturkrise in den USA – auf Basis der hohen Inflationsrate und der steigenden Zinsen – Umsätze reduziert hat. In diesem Umfeld war seit Wochen klar, dass auch Apple geringere Umsätze erwirtschaften würde.

Nun ging ein Gerücht um, wonach Apple bei Zulieferern in Asien Bestellungen storniert oder reduziert habe. Dies wiederum verweist darauf, dass die Verkaufszahlen im 4 Quartal enttäuschen. Grundsätzlich ist dies ein Grund dafür, weshalb Kurse rutschen können. Allerdings ist die Reaktion des Marktes deutlich zu heftig.

Der Kursrutsch müsste sich demnach auf fallende Umsätze begründen. Aktuell rechnen die Märkte noch damit, dass Apple einen Umsatz erwirtschaftet, der knapp 10 % über dem des Vorjahres liegt. Das EBITDA, die Gewinne vor Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen, wird noch einmal mindestens 5 % über dem des Vorjahres liegen – dies ist meine persönliche Einschätzung auf Basis der jüngeren Eindrücke, für die es noch keine Zahlen gibt. Im neuen Jahr dürfte Apple noch einmal eine Umsatzsteigerung realisieren.

Wachstum wird langsamer – keine Sorgen

Die Zahlen zeigen zweierlei: Das Wachstum des Unternehmens verlangsamt sich auf Basis der Rahmenbedingungen etwas. Vielleicht wird das Wachstum auch nachhaltig noch etwas geringer ausfallen, wenn die potenziellen Kunden im Endkundengeschäft inflationsbedingt über weniger Geld verfügen. Das Geschäftsmodell bleibt davon weitgehend unberührt.

Die iPhones, die jetzt nicht verkauft werden, sollten dann in der Zukunft abzusetzen sein. Apple hat ein eigenes Betriebssystem, das auf alten Smartphones nur begrenzt erneuert werden kann. Das Geschäft sorgt für immer neue Kaufzyklen, die ohnehin anfallen. Da die Kundschaft ausgesprochen stabil ist, kann es in einzelnen Quartalen zu Umsatzeinbußen kommen. Am langfristigen Wert des Unternehmens ändert sich damit vergleichsweise wenig.

Bei Schwankungen nach unten ist die Aktie vielmehr sogar attraktiver als zuvor. Analysten gehen teilweise davon aus, dass der Kurs sogar noch weiter rutschen könnte, wenn Apple in wenigen Wochen seine Ergebnisse bekannt gibt. Dies kann niemand ausschließen – das Geschäft ist im Durchschnitt jedoch so stark und einträglich, dass die Bewertungen im Vergleich zu Anfang 2021 oder Anfang 2020 aus meiner Sicht deutlich niedriger sind. Bis dato hat Apple seit drei Jahrzehnten noch immer den Weg nach oben gefunden – weil die Kundschaft so stabil ist.

Apple – Kursrutsch ist beträchtlich – langfristig bleibt das Potenzial hoch, WKN: 865985, ISIN: US0378331005

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

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Redaktionsschluss: 04.01.2023.11.45 Uhr

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