Bausparvertrag: Wann er sich NICHT lohnt!

Wie in unserem ersten Artikel zu den Vorteilen des Bausparvertrags bereits erwähnt, ist der Wunsch nach planbaren, verlässlichen Anlageformen deutlich gewachsen. So auch der Immobilienerwerb mit Hilfe eines Bausparvertrags. Dafür gibt es viele gute Gründe. So können die Verträge auch für Aufwendungen zur Renovierung und Modernisierung eingesetzt werden. Zudem sind die Darlehenszinsen garantiert – unabhängig davon, wann das Darlehen ausgezahlt wird.  Aber es gibt auch Nachteile an einem Bausparvertrag.

Doch bei allen Vorteilen gibt es auch Fälle, bei denen Sie keinen Bausparvertrag abschließen sollten…

1.  Wenn der Banker beim Finanzierungsgespräch einen Bausparvertrag empfiehlt, um das spätere Anschlussdarlehen mit einem Bausparvertrag zu finanzieren. Denn: Würden die notwendigen Bausparraten in die erhöhte Tilgung das Bankdarlehens fließen, müsste der Zins des Anschlussdarlehens nach zehn Jahren meist bis auf 8 % und mehr steigen, damit sich der Bausparvertrag lohnen würde. Nur wer so hohe Anschlusszinsen
erwartet, ist mit einem zusätzlich besparten Bausparvertrag auf der sicheren Seite.

Wer mit einem Bausparvertrag  eine Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf

Wer mit einem Bausparvertrag eine Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf

2. Wenn man innerhalb von zwei oder drei Jahren über den zugeteilten Bausparvertrag verfügen möchte. Dann würde die Rückzahlungsrate so hoch ausfallen, dass man diese Rate kaum tragen kann. Bankdarlehen mit hohen Zinsen sollten schnell und Bausparverträge mit niedrigen Zinsen sollten eigentlich langsam getilgt werden.

3. Wenn der Banker oder Vertreter keinen Zahlungsplan für die gesamte angedachte Laufzeit des Bausparvertrages liefert und/oder keinen gesamten Effektivzins für Bauspar- und Bankdarlehen nennt. Ein Beispiel zeigt, warum: Das Bankdarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung hat einen Effektivzins von 3,87 %, das Bauspardarlehen einen Effektivzins von 3,78 %. Wer nun vermutet, der gesamte Effektivzins läge bei
3,82 %, der irrt. Tatsächlich ergibt sich ein gesamter Effektivzins von 4,39 %, wenn das Bankdarlehen nach zehn Jahren mit dem Bausparvertrag abgelöst werden soll. Der Grund für die Diskrepanz zwischen Annahme und Realität sind die niedrigen Guthabenzinsen in der Ansparphase.

Unser Fazit zum Bausparvertrag bei all seinen Vor- und Nachteilen, die diese beiden Artikel gezeigt haben:
Ein Bausparvertrag eignet sich hervorragend zum Ansparen von Eigenkapital für ein späteres Bauvorhaben oder zur Bildung von Renovierungsrücklagen. Dafür gab es ja auch an der Zahl 11 Vorteile, die wir Ihnen gezeigt haben. Wer mit einem Bausparvertrag jedoch später eine Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf.

Tipp: Unter www.fmh.de/bausparen finden Interessenten eine große Auswahl an Bauspartarifen, die sie an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können.

Bilderquelle: © Gina Sanders – Fotolia.com

.

Über Redaktion deutscher-wirtschaftsbrief.de

keine Kommentare...