Nicht allen von Ihnen dürfte es gelingen, über Weihnachten abzuschalten

Nicht allen von Ihnen dürfte es gelingen, über Weihnachten abzuschalten

Ich meine, das Leben ist viel zu kurz, um permanent Trübsal zu blasen. Nutzen Sie die kommenden Feiertage, um einmal ganz in Ruhe durchzuatmen. Viele Sorgen um die Entwicklung im Jahr 2012 mögen durchaus berechtigt sein. 

So manche dürfte sich aber doch als übertrieben herausstellen.

Niemand kann in die Zukunft sehen und für alle denkbaren Szenarien Vorsorgemaßnahmen ergreifen. Es mag sein, dass es tatsächlich zu dramatischen Ereignissen kommt – das muss aber nicht zwingend passieren.

So fällt es den Krisen-Gurus derzeit leicht, vor Währungszusammenbrüchen und Staatsbankrotten zu warnen.

Das steigert die Auflagen. Deren Lektüre trägt aber auch zur Erhöhung der allgemeinen Unsicherheit bei.

Lösungen, die Ihnen eine echte Hilfe sind, liefern die selbsternannten Propheten dagegen in der Regel nicht. Einige geben gar abstruse Tipps wie: „Verkaufen Sie alles! Bauen Sie eine Existenz als Farmer in Kanada auf!“

Größter Unsicherheitsfaktor ist die Staatsschuldenkrise. Sie muss aber nicht zur Katastrophe eskalieren. Zwar wird die Weltwirtschaft im kommenden Jahr nachlassen, dennoch ist aber mit Wachstum zu rechnen. Die deutschen Unternehmen stehen glänzend da. Sie erwarten nach wie vor sehr ansehnliche Geschäfte.

Insgesamt bleibt die deutsche Wirtschaft optimistisch. Das ist die gute Nachricht. 

Bereits Weihnachten 2010 hatte ich Ihnen geraten, sich von Horrorszenarien nicht verunsichern zu lassen. Das gilt auch mit Blick auf das neue Jahr. An den Finanzmärkten wird es zunächst turbulent bleiben. Die schwierigste Aufgabe wird weiterhin die Lösung der Euro-Krise sein.

Ich gehe davon aus, dass es im Jahresverlauf 2012 gelingt, die Probleme einzelner Staaten zu isolieren. Das dürfte sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen, wird die Finanzmärkte dann aber spürbar beruhigen.

Ich persönlich blicke vorsichtig optimistisch nach vorn und schließe positive Überraschungen nicht aus. 

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 51/2011)

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