DAX-Korrektur: Wie Sie als Anleger jetzt handeln sollten

Wie sollten Anleger nun mit der Marktkorrektur umgehen?

Wie sollten Anleger nun mit der Marktkorrektur umgehen?

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

für die Märkte waren die jüngsten Konjunkturdaten aus Amerika ein heftiger Schlag ins Kontor. Wenn Sie als Anleger, wie bislang angeraten, an der Börse investiert waren, dürfte bei Ihnen auch die eine oder andere Stopp-Marke gerissen worden sein. Was natürlich die Frage aufwirft, was nun zu tun ist. Tatsache ist:

Dass es zu einer Marktkonsolidierung kommen musste, stand schon seit Wochen fest. Denn allein der DAX hatte seit seiner letzten Zwischenkorrektur im Dezember/Januar über 30% zulegen können. So etwas kann nicht ohne erneute zwischenzeitliche Korrektur bzw. Konsolidierung fortgeschrieben werden.

Zumal sich besonders jenseits des Atlantiks die fundamentale Ausgangslage deutlich eingetrübt hat. Dass ausgerechnet Amerika in der letzten Woche mit einem unerwartet schwachen Wirtschaftswachstum von nur 0,2% im 1. Quartal den Anstoß für die jüngsten Kursverluste gab, war dabei sicher eher Zufall. Doch das ändert nichts an der Gesamtsituation.

 

Ausgestoppt? Nicht gleich wieder einsteigen

Welche Schlussfolgerung sollten Sie daraus vorerst ziehen? Wenn Sie ausgestoppt wurden, sollten Sie bei den betroffenen Positionen erst einmal abwarten. Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, nach möglichen Auffanglinien für die Kurse Ausschau zu halten. Doch das wird sich erst genauer eingrenzen lassen, wenn sich der Gesamtmarkt wieder beruhigt hat.

Beim DAX rechnen wir dabei mit einem möglichen Stabilisierungsniveau von um die 11.000 Punkte. Das wären vom den Spitzenwerten aus rund 10 bis 12% Verlust, ohne sich auf die letzten 100 Punkte festlegen zu wollen. Damit hätten wir unter den Strich innerhalb der weiter bestehenden Aufwärtsbewegung des Marktes eine schöne und überschaubare Zwischenkorrektur, die am Ende auch wieder attraktive Einstiegsniveaus anbieten würde.

 

Konjunkturdaten entscheiden über weiteres Korrekturpotenzial

Ob der Markt das skizzierte Konsolidierungspotenzial noch auslotet, hängt zu einem guten Teil auch von den nächsten Konjunkturdaten ab. Da stechen in dieser neuen Woche besonders die Arbeitsmarktdaten in den USA heraus. Wobei die Analysten insbesondere ihr Augenmerk auf die neu geschaffenen Stellen im April legen dürften.

Für Ihre Einordnung: Werte über 200.000 neue Stellen würden als positive Überraschung gesehen werden. Das hielte letztlich auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die US-Notenbank einen ersten Zinsschritt doch schon im Juni machen könnte. Die Frage ist dann nur noch, wie die Börse auf positive Arbeitsmarktdaten reagiert.

Wenn man davon ausgeht, dass die Zinswende schon in den Kursen drin ist, müsste ein guter Arbeitsmarktbericht eigentlich Kurssteigerungen nach sich ziehen, da dies für eine konjunkturelle Belebung spricht. Aber es bleibt Vorsicht geboten.

Deshalb nochmals: Wechseln Sie nicht gleich wieder auf die Käuferseite, nur weil vielleicht wieder einige positive Tage kommen. Nach solch einem Sell-off muss der Markt sich erst wieder neu finden, dann dürfte noch Zeit genug sein, sich wieder zu positionieren.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

Bildnachweis: Gevestor

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