Deflationsgefahren in Europa: Was können Sie tun?

So richten Sie Ihr Depot bei Deflation aus

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Die jüngsten Inflationszahlen aus Europa sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn wenn die Teuerungsrate weiter nach unten geht, bedeutet das ganz konkrete Gefahren für das Wirtschaftswachstum und auch Ihren Geldbeutel.

 

Deflation vs. Inflation

Ganz grundsätzlich: Für eine Volkswirtschaft ist eine moderate Inflation positiv. Denn das bedeutet nicht nur, dass die Preise für Konsumgüter steigen. Vielmehr können die Unternehmen dadurch höhere Einnahmen generieren, dann auch höhere Löhne zahlen, was auch positive Effekte auf die Kaufkraft hat. Das überwiegt oftmals die inflationären Preissteigerungen. Am Ende steht ein positives Wachstum der gesamten Volkswirtschaft.

Eine Deflation steht dagegen in engem Zusammenhang mit Wachstumsrückgang und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Wobei hier auch viel Psychologie mitspielt. Denn fallen die Preise, neigen Konsumenten dazu, ihre Nachfrage nach Gütern immer weiter zu drosseln bzw. aufzuschieben. Denn sie spekulieren auf noch tiefere Preise.

In solchen Fällen ist die Wirtschaft meist in einem Teufelskreis gefangen, aus dem sie nur sehr schwer wieder herausfindet. Abschreckendes Beispiel dafür ist Japan, das mehr als ein Jahrzehnt unter einer Deflation litt.

Als Anleger stehen Sie vor der Aufgabe, Ihre Geldanlagen den verschiedenen möglichen Szenarien anzupassen. Denn das, was bei einer Inflation Gewinn verspricht, kann in einer Deflation zu Verlusten führen. Zwar kommt es hier auch auf Einzelfall-Beurteilungen an. Doch können Sie sich als faktische Leitplanken für eine Anlageentscheidung merken:

 

Wie ein Depot bei einer Inflation aussehen sollte

Bei inflationären Tendenzen sind einerseits reale Vermögenswerte zu bevorzugen. Konkret bedeutet dies, dass vor allem Vermögensanlagen in Aktien Sinn machen. Dies resultiert aus der Möglichkeit, dass Unternehmen bei steigenden Preisen mehr Gewinn machen und damit auch ihre Aktienbewertungen steigern können.

Denn Aktien sind – auch wenn durch vielfältige Spekulationswellen in den letzten Jahrzehnten oftmals in Verruf geraten – immer noch die beste Möglichkeit, am Produktiv-Kapital eines Unternehmens und letztlich in der Gesamtheit einer ganzen Volkswirtschaft teilzuhaben. Darüber hinaus machen auch Immobilieninvestitionen verstärkt Sinn, wie man in den letzten Monaten besonders auch in Deutschland erkennen konnte.

 

Die Favoriten in einem deflationären Umfeld

Bei deflationären Tendenzen sind dagegen insbesondere festverzinsliche Anlagen überzugewichten. Diese können einerseits in einem zu erwartenden Umfeld wirtschaftlicher Schwäche und Verunsicherung ihren Sicherheits-Charakter besser ausspielen. Andererseits werden die Renditen der Anleihen umso attraktiver, je geringer die Inflationsrate ausfällt und damit unter dem Strich die reale Verzinsung – also Kupon minus Inflation – steigt.

Aktuell befinden wir uns in einer Art Grauzone zwischen Inflation und Deflation, weshalb wir sowohl im Aktienbereich als auch bei Anleihen – insbesondere noch im Hochzinsbereich – starke Chancen auf Gewinnzuwächse sehen. Um nachhaltig erfolgreich zu bleiben, sollten Sie aber für die entsprechenden Preis-Entwicklungs-Szenarien bereits Überlegungen in der Schublade haben, wie Sie Ihr Depot entsprechend ausrichten.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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