Finger weg vom Gold?

Gold hat seinen Glanz verloren

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Wenn Sie im gelben Edelmetall investiert sind, mussten Sie in den letzten Monaten starke Nerven beweisen.

Und es gibt leider keine Entwarnung. Der Trend beim Goldpreis zeigt weiterhin nach unten.

 

Es fehlen die Kaufargumente

Denn dem Edelmetall sind zwei wichtige Kaufargumente abhanden gekommen. Diese sind:

  1. Die erwartete Inflationsentwicklung
  2. Die allgemeine Marktunsicherheit

 

Keine Inflation in Sicht

Die Inflationserwartungen wurden in den vergangenen Monaten schrittweise zurückgeführt.

Vor allem in der Euro-Zone ist momentan mehr von Deflationsgefahren die Rede als von steigender Inflation.

Ursache dafür sind die Preisentwicklungen in den Peripherieländern.

Die dortigen scharfen Anpassungen in den Lohn- und Preisniveaus sorgen für weitere Preisrückgänge. Diese strahlen letztlich auf die gesamte Euro-Zone aus.

Natürlich bleibt das Risiko latent, dass die Inflation später wieder anziehen wird. Doch hier reden wir sehr wahrscheinlich von einem Zeitpunkt, der erst in zwei oder drei Jahren entfernt liegt.

Einen Kaufgrund für heutige Goldbestände ergibt das nicht.

 

Die Angst vor der Krise nimmt ab

Die Euro-Krise bleibt zwar virulent.

Allerdings haben es die Politik und die Europäische Zentralbank EZB geschafft, dass eine gewisse Ruhe in die Krise gekommen ist. Das strahlt vor allem auf das Anlageverhalten institutioneller Anleger aus.

So konnte in den letzten Monaten beobachtet werden: Gerade die börsennotierten Fonds, die physische Goldbestände lagern, haben sich zurückgezogen.

 

Privatanleger können den Verkaufsdruck nicht aufhalten

Auf Seite der Privatanleger bleibt die Nachfrage nach Barren und Münzen zwar hoch. Doch das kann den Verkaufsdruck durch die Profi-Anleger nicht mildern.

Auf der anderen Seite des Atlantiks hat sich gleichzeitig die konjunkturelle Entspannung weiter verfestigt.

Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank, ihre Anleihenkäufe zurückzufahren, war ein wichtiges Signal.

Denn nun ist für den letzten Investor erkennbar, dass Amerika auf einem positiven Weg ist.

Neben diesen beiden Gründen für Gold, die sich nun verflüchtigt haben, gibt es noch einen Aspekt:

 

Amerikanische Notenbank stößt Zinswende an

Die Zinswende hat einen ersten Ansatz bekommen. Noch halten die Notenbanken still. Aber die Marktzinsen steigen schon.

Gold wirft keine Rendite ab. Deshalb gerät das Edelmetall bei steigenden Zinsen immer mehr ins Hintertreffen.

Wenn Sie jetzt noch Goldbestände haben, müssen Sie sich entscheiden. Halten Sie diese, weil Sie noch auf Kursgewinne hoffen, sollten Sie jetzt noch verkaufen.

 

Gold nur als Rücklage für Krisen

Wenn Sie Gold dagegen als grundsätzliche Sicherheit für Krisensituationen eingekauft haben, dann gilt: Einen kleinen Teil Ihres Vermögens weiterhin in Gold zu halten, ist vernünftig.

Aber dann muss Ihnen am Ende auch die aktuelle Kursentwicklung egal sein.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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