Hat Gold genug gelitten?

Steht Gold vor einer Erholung?

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Wenn Sie in den letzten Monaten im Gold investiert waren, werden Sie manch unruhige Nacht gehabt haben.

Und sicher fragen Sie sich, ob die Korrektur nun vorbei ist oder noch weitergeht.

Einen Blick in die Zukunft kann auch ich nicht werfen. Aber es gibt einige Argumente für eine Stabilisierung und tendenzielle Erholung des Goldpreises.

 

Die Profis verabschieden sich

Schuld am bisherigen Absturz waren vor allem die zahlreichen Gold-Fonds. So bauten die Exchange Traded Funds, kurz ETF, ihre Bestände in kurzer Zeit um rund 15 Mio. Unzen Gold ab.

Insgesamt wurde allein im 1. Quartal die Goldnachfrage aus dem Investment-Bereich fast halbiert.

Dabei ist wieder einmal klar: Die Profis schaffen sich ihre eigenen Probleme.

Denn durch den Rückzug und den dadurch fallenden Kursen beim Gold sorgten sie selbst dafür, dass immer mehr Anleger ihre ETF-Anteile verkauften.

Dadurch waren die ETF-Anbieter ihrerseits gezwungen, mehr Gold zu verkaufen, um die Kunden ausbezahlen zu können.

Aber: Dieser Teufelskreis scheint nun langsam aufgelöst zu werden. Zumindest hat auch der Verkaufsdruck im Gold durch die ETF-Anbieter nachgelassen.

 

Münzen und Barren bleiben gefragt

Während die ETFs Kasse machten, steigt die Nachfrage nach physischem Gold bei Privatleuten weiter an.

Das ist kein Widerspruch, sondern zeigt das Sicherheitsdenken der privaten Investoren.

Für viele von Ihnen wird derzeit zwar die Inflation wohl keine Rolle spielen. Doch hält die Euro-Krise noch genügend Unsicherheiten parat.

Dass der Euro die ganze Krise auf Dauer überstehen wird, ist längst noch nicht ausgemacht.

Da ist es mehr als vernünftig, wenn Sie zumindest einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold anlegen.

Münzen und Barren kleiner bis mittlerer Größe sind da die bevorzugten Objekte.

 

Asien bleibt auf der Käuferseite

Gerade die nun erreichten tieferen Kurse könnten die Nachfrage nach Gold aus Asien weiter ankurbeln.

In Fernost hat Gold in der Gesellschaft einen weitaus höheren Stellenwert als bei uns. Dort ist es nicht nur Kapitalanlage und Werterhalt.

Vielmehr ist es auch Statussymbol für den wirtschaftlichen Aufstieg, insbesondere in der größer werdenden Mittelschicht.

Die derzeit vorliegenden Zahlen für die ersten drei Monate des Jahres zeigen: In Indien stieg die Nachfrage nach Gold durch Konsumenten um 27%. In China gab es einen Zuwachs um immerhin 20%.

Dieser Trend dürfte so schnell nicht aufhören und eine wichtige Unterstützung für den Goldpreis liefern.

 

Notenbanken bleiben aktiv

Nicht nur die Verbraucher in Fernost sind weiterhin rege Käufer von Gold. Auch von den Notenbanken ist ein aktives Handeln zu erwarten.

Ein aufschlussreicher Vergleich: Gold macht in den Reserven der amerikanischen Notenbank und auch der Deutschen Bundesbank über 70% aus.

Die chinesische Notenbank hält dagegen nur 2% ihrer Reserven in Gold. Das ergibt eine mehr als interessante Perspektive.

Insgesamt stehen die internationalen Notenbanken nun schon 9 Quartale in Folge auf der Käuferseite.

 

Zeit für eine Trendumkehr?

Von einer klassischen Korrektur sprechen Börsianer, wenn ein Index oder Wertpapier nach einer Rallye um 25% bis 30% zurückgeht.

Beim Gold liegen wir nun rund 29% unter den Spitzenkursen.

Die letzten Tage haben dabei gezeigt, dass die Marke von 1.360 US-$ je Feinunze eine erste Unterstützung geben könnte.

Ob sich dies bestätigt, müssen Sie noch abwarten. Käufe sind also zurückzustellen. Aber die Chancen mehren sich, dass Gold vor einer Erholungsphase steht.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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