Macht Gold im Depot weiter Sinn?

Machen Gold-Käufe weiter Sinn?

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Wenn Sie in den letzten zwei Jahren Ihr Geld in Gold investierten, mussten Sie über eine hohe Leidensfähigkeit verfügen. Denn seit den Spitzenwerten vor gut zwei Jahren hat die Feinunze Gold rund ein Drittel ihres Wertes verloren.

Allein im zu Ende gehenden Jahr betrugen die Verluste stellenweise bis zu 29% – gemessen an den Jahrestiefstkursen bei rund 1.200 US-$ je Feinunze.

 

Groß-Investoren verkaufen, Privatanleger kaufen

Dabei konnten die Schuldigen für den Preisrutsch beim Gold relativ schnell ausgemacht werden: Es waren vor allem die Großanleger wie ETF (börsennotierte Fonds) und Hedge-Fonds, die ihre Goldbestände massiv reduzierten.

Bei Privatanlegern zeigt sich dagegen ein gänzlich anderes Bild. Trotz der Wertverluste in den letzten beiden Jahren ist die Lust auf Gold-Käufe ungebrochen. Sollten Sie auch über Gold-Käufe nachdenken oder investiert sein, sind Sie in guter Gesellschaft, wie eine neue Umfrage des World Gold Council unter deutschen Privatanlegern zeigt.

Denn deutsche Privatanleger planen, in den kommenden 12 Monaten Gold im Gesamtwert von über 24 Mrd. € zu kaufen. Jeder dritte deutsche Privatanleger ist bereits in Gold investiert, 40% der Befragten sind es zwar noch nicht, wollen aber investieren.

 

Physisches Gold bevorzugt

Wobei klar wird: Bei den Kauf-Überlegungen stehen nicht auf Gold bezogene Wertpapiere wie Fonds-Anteile im Mittelpunkt, sondern der tatsächliche physische Kauf über Barren und Münzen.

Damit wird auch der Hintergrund für solche Kauf-Überlegungen deutlich: Private Anleger stufen Gold nicht nur als Rohstoff und Spekulationsobjekt ein. Vielmehr überwiegt der Wunsch nach Absicherung gegen wirtschaftliche Katastrophen. Wer Münzen oder Barren im Tresor liegen hat, fühlt sich einfach sicherer.

 

Was Sie bei einem Gold-Kauf beachten sollten

Welche Art der Gold-Anlage für Sie in Frage kommt und in welchem Umfang, müssen Sie grundsätzlich selbst einschätzen. Je nach persönlicher Neigung wäre eine Gewichtung in einem Gesamt-Depot zwischen 5 und 20% sinnvoll.

Wobei Ihr persönliches Anlageziel auch die Art der Anlage bestimmt. Geht es Ihnen vorrangig um den Sicherheitsaspekt, werden Sie grundsätzlich auf physisches Gold setzen müssen.

Haben Sie sich dann zum Kauf entschlossen, sollten Sie auf zwei Dinge achten:

–       Einerseits ist eine solche Verwahrungsart wählen, an die Sie schnell herankommen.

–       Andererseits sind kleine Stückelungen bei Barren und Münzen zu bevorzugen, um einen möglichen Tauschwert besser handhaben zu können.

 

Risiken nicht ausblenden

Was Ihnen bei Gold-Anlagen aber auch bewusst sein sollte: Das Edelmetall wirft keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab.

Gleichzeitig besteht keine Gewissheit über den Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt, denn der Goldpreis kann – wie wir in den vergangenen Jahren sehen konnten – auch extrem schwanken.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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