Neue Gefahren für die Welt-Konjunktur

Neue Gefahren für die globale Konjunktur

Neue Gefahren für die globale Konjunktur

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

die neuen geopolitischen Risiken können großen Einfluss auf Ihre zukünftige Gestaltung Ihrer Vermögensplanung haben. Insbesondere der von religiösen Extremisten entfachte Krieg im Irak bietet einiges an globalem Sprengpotenzial. Das Stichwort lautet Öl.

Der Irak steht für rund 4% der Weltproduktion an Rohöl. Das sind 3,4 Mio. Barrel (Fass) pro Tag. Ölmarkt und Weltwirtschaft könnten nicht einmal einen Teilausfall verkraften. Das konnte man schon an den teils panischen Reaktionen sehen, als die so genannten ISIS-Milizen zeitweise die wichtigste Raffinerie des Landes unter ihre Kontrolle brachten.

Als direkte Reaktion darauf schoss der Ölpreis am Weltmarkt binnen weniger Tage von rund 110 US-Dollar pro Fass auf 115 US-Dollar. Das wurde noch durch den Energiekonzern BP verstärkt, der von drohenden Konsequenzen sprach. Dies auch im Zusammenhang mit Attacken der ISIS-Milizen auf die Infrastruktur im Öl produzierenden Süden.

 

Ölpreis als Gefahr für die Konjunktur

Auf dieses Szenario könnten Sie sich einstellen: Verteuert sich der Ölpreis, stockt die globale Konjunkturerholung. So war es bereits Anfang 2011 und 2012, als der Ölpreis kurzzeitig auf über 120 US-Dollar stieg. Eine Wiederholung dieses Szenarios können sich derzeit weder die USA noch Europa oder China leisten.

Sollte die Lage im Irak weiter eskalieren, wären Preise von über 140 US-Dollar je Barrel denkbar. Bei uns und in anderen Ländern würde dies das Wachstum um einen halben bis einen Prozentpunkt senken.

Der Irak selbst galt zuletzt als eine Art Hoffnungsträger unter den politisch instabilen Ölländern der Region. Dank der Investitionen ausländischer Ölkonzerne waren die Fördermengen in den letzten Jahren wieder deutlich gestiegen. Seit dem Jahr 2005 hat der Irak nahezu 30% zum Wachstum des internationalen Ölangebots beigetragen. Dass es unter den aktuellen Umständen eine Fortsetzung dieser Erfolgsstory gibt, ist eher unwahrscheinlich.

Dennoch: Aktuell ist mit einem Ölschock nicht zu rechnen. Saudi-Arabien könnte Ausfälle wettmachen. Es ist aber auch das einzige Land, das über nennenswerte Reservekapazitäten verfügt. Doch auch hier gilt als Voraussetzung, dass die dortigen politischen Verhältnisse stabil bleiben.

 

Neue Perspektiven für Anleger

Für Sie als Anleger ergeben sich daraus gleich mehrere Perspektiven. Zum einen könnte der Ölpreis tendenziell ansteigen, wenn der Machtgewinn der ISIS-Milizen nicht zurückgedrängt werden kann. Das dürfte dann am Aktienmarkt zu deutlichen Dämpfern führen. Gewinnmitnahmen wären in solch einem Fall die logische Reaktion auf Ihrer Seite.

Zum anderen würde wohl Gold zu neuem Glanz kommen. Denn ein steigender Ölpreis würde zu einer Verteuerung von Energie führen. Das dürfte dann auch die Inflation wieder nach oben treiben. Womit Gold als Absicherungs-Instrument gegen Inflation wieder an Gewicht gewänne.

Doch das ist noch reine Spekulation. Warten Sie also ab, ehe Sie sich am Aktienmarkt und beim Gold neu aufstellen.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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