Neue Woche: Börse muss sich erst wieder finden

Fed löst Turbulenzen aus

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Wie haben Sie die letzten Börsentage verdaut? Hoffentlich ohne allzu große Blessuren.

Die Hinweise in den letzten Ausgaben des Newsletters, alle Positionen mit Stopp-Loss-Marken abzusichern, haben Sie hoffentlich beherzigt.

Dann dürften Sie zwar aus einigen Investments herausgeflogen sein. Doch damit sind Sie auf der sicheren Seite.

Denn so schnell wird sich die Börse wohl nicht wieder beruhigen.

 

US-Notenbank erschreckt die Börsianer

Schauen wir doch einmal gemeinsam auf den nun gültigen Rahmen für Aktieninvestments.

Die amerikanische Notenbank hat einen klaren Fahrplan für den Ausstieg aus ihren Anleihenkäufen präsentiert.

Damit ist absehbar: Die bisher offenen Geldschleusen werden innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate geschlossen.

Der Markt reagiert darauf erst einmal erschreckt. Das haben die zum Teil heftigen Kursverluste in der vergangenen Woche gezeigt.

 

Ein bisschen mehr Realismus

Was viele Marktteilnehmer übersehen: Die US-Notenbank will zwar keine Anleihen mehr kaufen.

Doch die Papiere, die sich schon im Notenbank-Depot befinden, sollen überwiegend bis zum jeweiligen Laufzeitende gehalten werden.

Konkret bedeutet das: Die überschüssige Liquidität, die im Markt bislang für die Kursrallye sorgte, wird nicht abgezogen. Vielmehr wird sie auf hohem Niveau stabil gehalten.

 

Börse sucht nach neuen Bewertungsmaßstäben

Stellen Sie sich darauf ein, dass diese Tatsache an der Börse erst noch bewertet und eingepreist werden muss.

Das wird in den kommenden Wochen noch einiges an Turbulenzen bringen.

Grundsätzlich ist aber nicht davon auszugehen, dass gerade die wichtigen Indizes wie Dow Jones oder DAX nun doch noch in eine echte Korrektur abdriften.

 

Stimmungsindikatoren könnten helfen

Besonders in Europa sollte die Börse nach den Rückschlägen wieder Tritt fassen. Denn in der neuen Woche warten einige Stimmungsindikatoren auf die Anleger.

Diese könnten erneut besser ausfallen als im Vormonat. Bereits heute wurde der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland veröffentlicht. Leider erst nach Redaktionsschluss.

Doch die Prognose der Analysten sah eine Verbesserung von zuvor 105,7 Punkten auf 106 Punkte vor.

Am Mittwoch folgen das GfK-Konsumklima und am Donnerstag Industrie- und Konsumentenvertrauen auf Euro-Ebene.

Geht es nach den aktuellen Schätzungen, dürften auch harte Konjunkturdaten wie Auftragseingänge, persönliche Ausgaben und Einzelhandelsumsätze positive Impulse liefern.

 

Börsentendenz bleibt schwierig

Im Gesamtpaket kann so die neue Börsenwoche wieder eine freundlichere Grundtendenz liefern. Aber erwarten Sie nicht zu viel.

Dies mit erneutem Hinweis auf die langsam startenden Sommerferien, die auch die Handelsumsätze an den Börsen ausdünnen. Wie in jedem Jahr.

Deshalb, auch wenn es schon gebetsmühlenhaft klingt: Mit einer defensiveren Ausrichtung Ihres Depots fahren Sie aktuell besser.

Die Risikobereitschaft im Markt nimmt weiter ab. Das sieht man auch an den Kurseinbrüchen in den Schwellenländern.

Als Privatanleger bleibt Ihnen fast nichts weiter übrig, als sich mit dem Trend der institutionellen Anleger zu arrangieren. Und die sind aktuell übervorsichtig.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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