Achten Sie in dieser Woche auf die Stimmungsindikatoren

Was ist von den aktuellen Konjunkturdaten zu halten?

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Lassen Sie sich von der Datenflut in der neuen Woche nicht in die Irre leiten. Vieles von dem, was in den nächsten Tagen auf den Tisch der Börse kommt, ist streng genommen veraltet.

Wenn Sie halbwegs aktiv an der Börse tätig sind, haben Sie es sicherlich mitbekommen: Der Haushaltsstreit in den USA und der „Shut down“ von Regierungsbehörden in den ersten drei Oktoberwochen sorgte dafür, dass auch die Bekanntgabe von vielen Wirtschaftsindikatoren verschoben werden musste. Das wird nun in kürzester Frist nachgeholt.

Deshalb sind auch die Terminpläne in diesen Tagen prall gefüllt. Aber Sie können getrost aussortieren. Viele dieser Daten sind zwar immer noch zur Kenntnis zu nehmen. Doch die meisten werden kaum die Wirkung entfalten können, wie es sonst der Fall ist. Die Investoren konzentrieren sich lieber auf die wirklich aktuellen Zahlen. Doch auch davon gibt es ein reichliches Angebot.

 

Schlechtere Stimmung bei amerikanischen Verbrauchern?

Bezüglich Amerika sollten Sie in dieser Woche dabei vor allem auf 2 Zahlen achten. Einerseits auf das Verbrauchervertrauen für den Monat Oktober, berechnet vom Conference Board. Dieser Indikator steht zwar etwas im Schatten des mehr beachteten Verbrauchervertrauens-Index der Universität Michigan.

Doch der Conference Board ist eine ernstzunehmende Institution. Denn seine Mitglieder rekrutieren sich aus rund 1.200 Unternehmen weltweit. Und diese sind bekanntlich nah am Kunden.

 

Auswirkungen des Haushaltsstreits

Für die aktuelle Einschätzung des Verbrauchervertrauens gilt: Es könnte eine Enttäuschung geben. Denn nach zuletzt 79,7 Punkten gehen die Prognosen für den am Dienstag veröffentlichten Indikator davon aus, dass es einen Rücksetzer auf knapp unter 76 Punkte geben könnte.

Manche Analysten sehen sogar die Marke von 72 Zählern als möglich. Dahinter steckt erneut der Haushaltsstreit. Denn die Oktoberzahlen sind stark vom Haushalts-Notstand in den USA geprägt worden.

 

Weniger positive Wirtschaftsaktivitäten erwartet

Ähnliches könnte auch am Freitag gezeigt werden, wenn der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Oktober gemeldet wird. Denn auch hier wird ein Rückgang – von zuvor 56,2 auf nunmehr 55 Punkte – erwartet.

Ob das allerdings ausreicht, um den Markt auszubremsen, darf noch bezweifelt werden. Denn noch läuft die Quartalsberichtssaison der Unternehmen und sorgt bislang für ein positives Umfeld.

 

Europa weiter im Stimmungs-Hoch

Vertrauen ist im Übrigen auch das Stichwort in Europa. Denn heute und am Mittwoch gibt es Zahlen zu verschiedenen Vertrauensindikatoren in der Euro-Zone. Geht es nach den aktuellen Schätzungen, könnten diese ein gutes Kontrast-Programm gegenüber den Amerika-Zahlen liefern. Denn die Analysten rechnen mit weiter verbesserten Werten, u. a. für das Wirtschaftsvertrauen in der Euro-Zone (97,5 nach 96,9 Punkten).

In diesem Umfeld ist es sehr wahrscheinlich, dass sich der Aktienmarkt weiter nach oben orientiert. Zum Wochenauftakt rang der DAX weiter mit der Marke von 9.000 Punkten. Ich bin zuversichtlich, dass er diese Marke vorerst auch hinter sich lassen kann. Deshalb sollten Sie weiterhin auf der Käuferseite im Markt sein.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

keine Kommentare...