Wie neue Wirtschaftsdaten der Aktien-Rallye helfen können

Neue Konjunkturdaten als Schlüssel für die weitere Aktien-Rallye

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Die neue Börsenwoche könnte für Sie einen wichtigen Fingerzeig bringen, wie weit die Börsen-Rallye noch gehen kann. Denn es kommen wichtige Konjunkturdaten heraus und je nachdem, wie der Markt reagiert, könnte sich daraus ableiten lassen, wie „gesättigt“ die Aktien-Hausse ist.

Dabei meine ich mit „gesättigt“, wie stark die Investoren bereits engagiert sind. Denn nur, wenn noch genügend Kauf-Nachfrage besteht – also Anleger noch nicht ausreichend positioniert sind – kann die Rallye weitergehen.

 

Die Rallye braucht Käufer

Bezogen auf die Konjunkturdaten heißt das: Wenn diese positiv ausfallen, ist das ein Grund, Aktien zu kaufen. Reagiert der Markt nur minimal, ist davon auszugehen, dass nicht mehr genügend neue Käufer zu finden sind.

Dann kann es die paradoxe Situation geben, dass die Wirtschaftsdaten zwar gut sind, Aktien und Aktienindizes dennoch auf der Stelle treten oder – was auch vorstellbar ist – verlieren. Denn es könnten auch genügend Anleger der Meinung sein, dass die aktuellen Kurse ausreichen, um das positive konjunkturelle Umfeld widerzuspiegeln. Verkäufe wären die logische Folge.

Auf diese Wirtschaftsdaten sollten Sie deshalb besonders achten:

 

USA: ISM-Index verarbeitendes Gewerbe November (Montag)

Dieser Einkaufsmanagerindex zeigt auf, ob die Wirtschaftsunternehmen derzeit eher expansive Aktivitäten entfalten (also Aufbau von Kapazitäten, Lagerbeständen etc.) oder es zu einem Rückgang der Aktivitäten kommt. Dabei gilt im Index die 50-Punkte-Marke als Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion. Im Vormonat hatte die US-Wirtschaft einen Index-Stand von 56,4 Punkten ausweisen können, also eine recht dynamische Expansion aufgezeigt. Nun könnte es einen Rückgang auf 55 Punkte geben. Doch wenn er nicht schlechter ausfällt, könnte das die Börse positiv stimmen. Denn mit 55 Punkten läge der Index immer noch über seinem historischen Durchschnitt.

 

USA: Arbeitslosenquote November (Freitag)

Bei den Arbeitsmarktdaten könnte es zu der Situation kommen, dass schlechtere Werte positiv für die Börse sind. Denn wenn der Arbeitsmarkt auf der Stelle tritt oder sich eintrübt, wächst die Chance, dass die US-Notenbank die angedachte Reduzierung der Anleihenkäufe weiter auf die lange Bank schiebt. Und das würde an der Börse sehr positiv aufgenommen werden.

 

Euro-Zone: EZB-Sitzung (Donnerstag)

In Europa kommt in dieser Woche eine Reihe von Einkaufsmanagerindizes – insbesondere aus den Euro-Peripherieländern – heraus. Doch deren Wirkung wird klar überschattet von der Sitzung des EZB-Rats am Donnerstag. Denn die Anleger erwarten, dass die Zentralbänker sich dazu äußern, ob sie zur Ankurbelung der Euro-Wirtschaft nun tatsächlich einen negativen Einlagenzins für die Geschäftsbanken in Betracht ziehen oder andere Maßnahmen bevorzugen. Das kann für einigen Wirbel sorgen.

 

Mein Fazit für Sie:

Je höher wir mit den Kursen an der Börse klettern, umso riskanter wird es, dass einzelnen Wirtschaftsdaten oder Geschehnisse in Politik und Finanzsystem als Argument für Gewinnmitnahmen genommen werden.

Für Sie bedeutet das: So lange die Hausse noch läuft, sollten Sie am Ball bleiben. Doch ohne eine relativ enge Absicherung der Gewinne per Stopp-Loss darf nichts mehr laufen.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

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