Energiewende: Folgen für Deutschland

Dr. Liemen informiert über die Folgen der Energiewende in Deutschland. Seine Prognose: Stromausfälle werden wahrscheinlicher.

Energiewende bereits im Stocken

Die Energiewende in Deutschland ist beretis jetzt ins Stocken geraten. Der erforderliche Ausbau erneuerbarer Energien kommt kaum noch voran. Die Länder entwickeln zwar entsprechende Pläne – jedoch völlig unkoordiniert. Auf Bundesebene streiten sich das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium. Wie Energie eingespart werden soll, darüber ist man sich nicht einig.

Die Windkraftanlagen in der Nordsee dürften zum Problemfall werden. Technische Schwierigkeiten sind aufgetreten, die Finanzierung ist unsicher. Der Stromnetzbetreiber Tennet ist nicht in der Lage, die Anlagen zu verkabeln. Es fehlen Schiffe, Kabellieferanten und nicht zuletzt das nötige Geld.

Versorger haben durch Energiewende an Marktwert verloren

Die Energiewende bedeutete für Anbieter einen hohen Verlust an Marktwert.

Die Energiewende bedeutete für Anbieter einen hohen Verlust an Marktwert.

Die Versorger E.on und RWE haben durch die Abschaltung der Atommeiler nicht nur an Marktwert verloren. Aktuell hat die Rating-Agentur Moody’s sogar vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gewarnt. Dann würde es für die Energiekonzerne zunehmend schwieriger, sich an den Kapitalmärkten Geld zu beschaffen. Das brauchen sie aber, um den Umstieg auf erneuerbare Energien umzusetzen. Damit nicht genug:

Die in Deutschland vorhandenen Stromnetze sind in erster Linie auf zentrale Großkraftwerke ausgelegt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur müssten 3.600 km Hochspannungsleitungen neu gebaut werden. Tatsächlich sind seit 2005 aber erst 80 km realisiert worden. Auch der erforderliche Leitungsausbau kostet Geld. Von bis zu 28 Mrd. € innerhalb der nächsten fünf Jahre geht die EU-Kommission aus.

Ursachen für Stromausfälle: Nationale Blackouts und Kurzschlüsse durch Sonneneinstrahlung

Über die Gefahr von Stromausfällen als Folge der Energiewende hatte Dr. Liemen seine Leser schon lange informiert. Der Grund sind fehlende neue Grundlast-Kraftwerke. Auch die veralteten Netze erweisen sich als Problem. Vor Ausfällen warnen auch die Risikoexperten der Allianz-Versicherung. Zwei Ursachen seien möglich: Zum einen könnten sich „Blackouts“ aufgrund der Verknüpfung nationaler Netze viel schneller ausbreiten. Zudem müsse schon ab dem Jahr 2013 mit einem zyklischen Hoch der Sonnenaktivität gerechnet werden.  Vor allem in Nordeuropa könne die hohe Strahlungsintensität zu Kurzschlüssen führen. Die Krux dabei:  Die beschädigten Hochspannungstransformatoren in Stand zu setzen, könne Tage oder gar Wochen dauern.

Hohe kosten durch Stromausfälle für die Volkswirtschaft

Sollte es tatsächlich zu langen Ausfällen kommen, dürften die volkswirtschaftlichen Kosten enorm sein. So rät die Allianz allen Firmen und Krankenhäusern, vorsorglich ihre Notstromversorgungen auszubauen. Unterbrechungen bei der Stromversorgung dürften aber jeden von uns in irgendeiner Form betreffen:

Es geht nicht nur darum, dass Fahrstühle stecken bleiben und Kühlschränke oder Heizungen ausfallen. Das gesamte Kommunikationssystem wäre blockiert. Bankautomaten gäben plötzlich kein Geld mehr aus. Ob bei Geldtransaktionen oder beim Einkauf – nichts würde mehr so funktionieren wie gewohnt.

Dr. Liemen dazu: „Wie Sie wissen, neige ich nicht  nicht zu Pessimismus, doch in diesem Fall mache ich mir wirklich Sorgen. Wenn die Strompreise schon stark steigen, sollte wenigstens sichergestellt sein, dass auch Strom fließt“

Fazit: Statt der versprochenen „riesigen Chance“ werden zunehmend Risiken auf uns zukommen.

Bilderquelle: ©  imageteam  – Fotolia.com

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