Stolpersteine für die Börsen-Rallye

Stolpersteine für die Börsen-Rallye

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Passen Sie in dieser Woche besonders gut auf die Nachrichtenlage auf. Denn es verdichten sich die Hinweise, dass wir es auf absehbare Zeit zumindest mit einer Marktkorrektur zu tun bekommen. Was kann das konkret bedeuten?

Von einer Marktkorrektur sprechen Börsianer, wenn es zu Kursverlusten von durchschnittlich bis zu 25% kommt. Für den deutschen Aktienindex DAX würde dies ein Rückschlag bis auf ein Niveau von 7.000 Punkten bedeuten. Doch sehe ich in solch einem Szenario eher die schlechteste aller Möglichkeiten.

Eher wären wohl Kurskorrekturen bis auf 8.500 oder 8.000 Punkte wahrscheinlich. Denn auch, wenn viele Aktien bereits sehr gut gelaufen sind, so ist doch die Gesamtbewertung des deutschen Aktienmarktes eher noch im moderaten Bereich.

Dennoch könnten die Termine, die in dieser Woche vor uns liegen, für einige Unruhe und Gewinnmitnahmen sorgen. Dabei geht der erste Blick wieder einmal nach Amerika.

 

Wie sieht es in Amerikas Wirtschaft aus?

Bereits am morgigen Dienstag kommen mit den neuen Schätzungen zum Wirtschaftswachstum der USA im 3. Quartal und dem Case-Shiller-Hauspreisindex zwei konjunkturell sehr sensible Daten auf den Tisch.

Zusammen mit dem Einkaufsmanagerindex aus Chicago einen Tag später bilden sie ein Dreigestirn, das die Diskussionen um die Geldpolitik der US-Notenbank Fed weiter befeuern dürfte.

Denn nach der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der Fed aus dem Oktober steht wieder die Sorge im Raum, dass die Fed schneller als gedacht ihre Anleihenkäufe zurückschraubt. Wobei aus den Reihen der Fed derzeit sehr unterschiedliche Signale kommen, was die Verunsicherung im Markt nur noch verstärkt.

 

Europa: Teuerung im Fokus

Aber auch in Europa, insbesondere in Deutschland, finden sich Unruheherde, die der aktuellen Börsen-Hausse gefährlich werden könnten. So dürften die neusten Inflationsdaten aus der Euro-Zone – Berichtsvorlage am Freitag – auf Interesse stoßen. Denn sie sind ein Seismograph dafür, wie der wirtschaftliche Zustand in den Euro-Peripherieländern ist.

Eine Tag zuvor kommen die Inflationszahlen auch für Deutschland heraus. Diese dürften mit einem prognostizierten Anstieg um 1,3% aber für wenig Aufregung sorgen. Vielmehr schauen die deutschen Anleger auf die immer noch laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD.

 

Blick auf das politische Berlin

Die bisherigen Pläne der Koalitionäre in spe treiben so manchem Unternehmer und Investor bereits Sorgenfalten auf die Stirn. Und auch die Ungewissheit, ob vor allem die SPD-Basis ihr „Ja“ zum Koalitionsvertrag gibt, zerrt an den Nerven.

In diesem Spannungsfeld sollten Sie für Ihre Investitionen einen klaren Fahrplan aufstellen. Wie ich in den letzten Wochen schon ausführte, sehe ich für etliche Aktien noch weiteres Potenzial. Angesichts der Risiken aus Konjunktur und Politik sollten Sie aber jedes Engagement gegen Verluste absichern.

Kommt es tatsächlich zu einer Korrektur, sichern Sie so Ihre bisherigen Gewinne. Und Sie schaffen sich Liquidität, um am Ende der Korrektur wieder billiger neu einsteigen zu können.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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