Haben Sie ein Bankkonto? Dann sollten Sie dies lesen…

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In diesen Tagen wird viel über den Bitcoin gesprochen, auch über die Fed, also die Zentralbank in den USA. Über die GroKo und über die EU. Eine Nachricht ist untergegangen. Vielleicht ist sie eine der wichtigsten dieser Tage überhaupt. Für uns alle: Die Euro-Zone wird möglicherweise ihre eigenen neuen Regeln für den Umgang mit faulen Krediten später anwenden als bislang gedacht. Achtung: Dahinter verbirgt sich eine Bombe, die uns alle treffen kann.

Banken sollen Rückstellungen bilden

Bislang hatte die EU vorgesehen, die Banken müssten Rückstellungen bilden, wenn Darlehen nun als ausfallgefährdet gebrandmarkt würden. Schrittweise sollten diese Darlehen durch Bilanzrückstellungen vollständig abgesichert sein.

Die Bankhäuser freuen sich darüber natürlich nicht. Die können das Geld nicht anderweitig einsetzen, um so selbst zu verdienen. Nun wurde bestätigt, dass die Regeln nicht ganz so schnell umgesetzt werden, wie bis dato angedacht worden war. Nun würden die Regeln „im ersten Quartal finalisiert“ heißt es. Also: die Rückstellungen werden nicht gebildet.

Jetzt kommt der Brückenschlag zu einem anderen EU-Vorhaben: Die gemeinsame Haftung soll kommen. Dies wird die EU im Laufe des Sommers beschließen, ist schon heute klar. Und das bedeutet, dass Sie möglicherweise Kunde einer Bank sind, die keine hinreichenden Rücklagen bildet und/oder bald für andere Banken, etwa in Italien, indirekt mithaften muss. Denn das Geld aus den Sicherungseinrichtungen soll auf europäische Sicherungseinrichtungen übergehen.

Sicherheit wird geringer

Das Risiko liest sich abstrakt, ich weiß. Wer glaubt schon daran, dass das Bankensystem zusammenbrechen könnte. Aber die Geldhäuser haben heute noch zahlreiche faule Kredite in ihren Bilanzen, gerade in Südeuropa. Dies sollten Sie nicht vergessen, wenn solche Nachrichten publiziert werden.

Die Regierung in Berlin vertritt dabei offensichtlich nicht Ihre Interessen. Die EU wartet faktisch nur darauf, dass endlich die neue GroKo handlungsfähig wird, dann folgt die Umsetzung der gemeinsamen Haftung. Frau Merkel kann jetzt erst Recht klein beigeben. Sie muss sich dann wahrscheinlich nie wieder einer Wahl in Deutschland stellen. Martin Schulz gilt ohnehin als EU-Vertreter. Insofern müssen Sie mit beiden Ereignissen rechnen: Die gemeinsame Haftung und die Verschiebung der Regelungen für Sicherheiten bei faulen Darlehen.

„Sicher“ sind Sie nur dann, wenn Sie „Geld“ in Aktien wandeln. Aktien sind nicht im Zugriff von Politik oder Banken – und beteiligen Sie in diesem Jahr möglicherweise wieder an Rekorddividenden, die schon bald ausgezahlt werden. Sehen Sie einfach hier selbst nach.

Mit den besten Grüßen
Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

P.S. Jamaika ist Geschichte. Der Sondierungsparteitag der SPD ist vorbei. Jetzt haben viele Angst um die Stärke der Finanzmärte, um die Börsen. Dennoch: Es gibt zu allen Zeiten Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften. Die Liste mit meiner Gewinn-Garanten für 2018 finden Sie HIER