Japan und Amerika machen Anleger nervös

Die Marktbelastungen nehmen zu

Als Anleger hatten Sie zum Ende der letzten Woche einiges zu verdauen.

Erstens: Der japanische Nikkei-Index grätschte in den guten Lauf der anderen Märkte.

Einen Kursverlust von über 8% im Nikkei in nur 2 Handelstagen steckt keiner so einfach weg.

Richtige Sorgen sollten Sie sich aber noch nicht machen. Sehen Sie den Einbruch des Nikkei als isoliertes Ereignis.

 

Japans Börse hat übertrieben

Denn es war die absehbare Reaktion auf zuvor übermäßige Gewinne. Seit letztem November hatte der Index zwischenzeitlich um mehr als 80% zulegen können.

Und das, weil Regierung und Notenbank die Wirtschaft mit billigem Geld versorgen. Dies hatte durchaus positive Effekte.

Das Wachstum von 3,5% im Bruttoinlandsprodukt (BIP) im letzten Quartal war schon sehenswert.

Aber solch ein Ergebnis war bereits in den Aktienkursen eingepreist und eine Korrektur überfällig.

 

US-Notenbank denkt über Ende der Anleihenkäufe nach

Zweitens: Für wesentlich problematischer halte ich die Überlegungen von Seiten der amerikanischen Federal Reserve Bank.

Die Fed, wie die Notenbank umgangssprachlich genannt wird, macht sich Gedanken über ihre Anleihenkäufe. Momentan kauft sie jeden Monat Anleihen im Gesamtwert von 85 Mrd. US-$.

Damit versorgt sie den Markt mit frischer Liquidität. Gleichzeitig drückt sie die Marktzinsen. So sorgt sie für billige Kredite an Unternehmen.

 

Wirtschaftliches Umfeld hat sich verbessert

Doch immer mehr Mitglieder der Fed halten das nicht mehr für nötig. Sie wollen die Anleihenkäufe langsam zurückfahren.

Denn das Wirtschaftswachstum zeigt sich solide, wenn auch nicht besonders stark.

Und auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt hat ihren Schrecken verloren. Die schlechte Verfassung des Arbeitsmarktes wurde immer wieder als Begründung für die Anleihenkäufe genannt. Nun zeigen sich deutliche Besserungen.

 

Ein schwieriger Normalisierungsprozess droht

Viele Börsianer haben richtig Angst vor dem Moment, wenn die Notenbank tatsächlich die Anleihenkäufe kürzt oder einstellt.

Gerade institutionelle Anleger aus Amerika verhalten sich geradezu wie Süchtige, die auf Entzug gesetzt werden sollen.

Schließlich hatten sie nun über 4 Jahre die Gewissheit, dass sie regelmäßig US-Staatsanleihen an die Notenbank verkaufen konnten. Somit hatten sie nur ein geringes Anlagerisiko.

Sowohl der Nikkei-Absturz als auch die Fed-Überlegungen sind schwere Belastungen für die Indizes und Aktien.

 

Kurzfristig winken wieder Kursgewinne

Immerhin: In den nächsten Tagen kommt wieder eine ganze Reihe von Konjunktur- und Stimmungsindikatoren heraus.

Als Anleger können Sie dabei sogar mehrheitlich mit positiveren Ergebnissen rechnen.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass beispielsweise der DAX dann seine Aufwärtsbewegung wieder aufnimmt. Und selbst, wenn es noch weitere Verluste gibt, müssen Sie nicht sofort aussteigen.

 

Absicherung nicht vergessen

Denn bis rund 8.000 Punkte wäre es immer noch nur eine Konsolidierung nach den vorangegangenen deutlichen Kursgewinnen.

Momentan sehen ich für Sie vor allem eine Aufgabe: Sichern Sie Ihre Positionen mit Stopp-Loss-Orders ab.

So sind Sie auf der sicheren Seite, falls der Markt doch größere Kursrückgänge verzeichnet.

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