Macht eine Sofortrente gegen Einmalzahlung Sinn?

Macht eine Sofortrente Sinn?

Diese Frage stellte ein inzwischen 83-jähriger Leser an die Redaktion von Dr. Liemen und dem Deutschen Wirtschaftsbrief. Er will mit diesem Rentenmodell seine Ehefrau absichern, die 15 Jahre jünger ist.

Dass er gerade auf die Sofortrente kommt, liegt erst einmal daran, dass in der Familie seiner Frau eine lange Lebensdauer durchaus häufig vorkommt und somit ein hohes Alter auch für seine Frau zu erwarten ist.

In dieser Konstellation würde – soviel vorab – eine Sofortrente unter Umständen durchaus Sinn machen. Denn gerade mit einer langen Bezugszeit kann sie ihre generellen Vorteile ausspielen.

 

Wann Sofortrenten Sinn machen

Aber nicht für jeden ist eine Sofortrente geeignet. Außerdem können sich finanzielle Nachteile ergeben, wenn der Lebens- und damit auch der Rentenverlauf anders ausfallen als ursprünglich geplant.

Grundsätzlich: Eine Sofortrente gegen Einmalzahlung sichert Ihnen ein Leben lang eine zum Vertragsabschluss festgelegte monatliche Rentensumme.

Normalerweise werden Sofortrenten als Aufstockung oder später Ersatz genutzt, wenn aus anderen Rententöpfen wenig oder nichts zu erwarten ist.

 

Vorteile einer Sofortrente

Der Hauptvorteil einer Sofortrente liegt in ihrer Planungssicherheit. Denn bei der Sofortrente handelt es sich um eine so genannte Leibrente. Selbst, wenn das eingezahlte Kapital aufgebraucht sein würde, erhalten Sie die Rente in unveränderter Höhe bis zum Lebensende.

Einzig die normale Geldentwertung durch die Inflation haben Sie diesbezüglich zu befürchten.

Auch hinsichtlich der Besteuerung bieten Sofortrenten einen positiven Aspekt. Denn es muss nur der Ertragsanteil versteuert werden. Dieser ist je nach Alter gestaffelt.

Ein Beispiel: Wenn Sie mit 65 Jahren eine Sofortrente beginnen, müssen Sie für Ihre Rentenzahlung einen Ertragsanteil von 18% mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Mit 70 Jahren Rentenbeginn wären es nur 15% Ertragsanteil.

 

Welche Nachteile gibt es bei der Sofortrente?

Die Nachteile liegen vor allem in den relativ hohen Kosten und der faktisch nicht vorhandenen Flexibilität.

Wenn man eine durchschnittliche Lebenserwartung annimmt, würde eine Sofortrente bei den Versicherungskosten deutlich schlechter abschneiden als andere Rentenformen.

Das erklärt sich aus der Tatsache, dass die Versicherer natürlich die möglicherweise lange Rentenlaufphase einpreisen.

Andererseits sind Kündigungen von Sofortrenten grundsätzlich nicht vorgesehen. Wenn Sie eine Sofortrente vereinbaren, sind Sie im Normalfall für den Rest Ihres Lebens gebunden. Und noch einen Nachteil gibt es. Denn sollte der Rentenbezieher doch frühzeitig sterben, verbleibt der eingezahlte Betrag beim Versicherer.

 

Was Sie bei einem Vertragsabschluss beachten sollten

Um wenigstens diesen Nachteil abzumildern, sollten Sie bei der Auswahl einer Sofortrente darauf achten, ob eine bestimmte Rentengarantiezeit oder eine Beitragsrückgewähr vereinbart werden kann.

Allerdings bedeuten diese Ausnahmen erneut höhere Kosten und schmälern die ausgezahlten Raten.

Grundsätzlich raten Verbraucherschützer dazu, bei Sofortrenten volldynamische Auszahlungsformen abzuschließen. Dann fängt die Sofortrente mit niedrigen Auszahlungen an und steigt durch Überschüsse. Spätere Kürzungen sind weiterhin ausgeschlossen.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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