Es ist Zeit zum Umdenken

Setzen Sie auf deutsche Aktien

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Als mir vor einigen Tagen eine neue Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young auf den Schreibtisch kam, traute ich fast nicht meinen Augen.

Hätten Sie es gedacht: Die 30 DAX-Unternehmen sind mehrheitlich in ausländischer Hand.

Wie die Unternehmensberater nachrechneten, waren im letzten Jahr 55% aller DAX-Aktien im Besitz ausländischer Investoren. Wir Deutschen selbst halten nur 37% in der Hand.

Das könnten Sie und ich jetzt einfach so zur Kenntnis nehmen. Doch damit tun wir uns keinen Gefallen.

 

Deutsche Anleger vergeben sich Chancen auf Gewinne

Denn damit würden wir die Tatsache ignorieren, dass wir insgesamt als Investoren nur unterdurchschnittlich am Erfolg der derzeit robustesten europäischen Volkswirtschaft teilnehmen.

Woran liegt diese Aktienmüdigkeit der Deutschen? Ein Grund ist schnell gefunden.

Vor rund 15 Jahren war es der Neue Markt, der viele Aktienneulinge anzog. Als er 2000 zusammenbrach, verabschiedeten sich viele Kleinanleger auf Nimmerwiedersehen von der Börse.

 

Falsche Weichenstellungen

Aber auch die großen Kapitalanlagestellen taten nicht viel, um sich für eine gesunde Aktienkultur einzusetzen. Dies sicherlich auch erzwungen durch die Regulierungsvorschriften. Doch wäre mehr möglich gewesen.

Ich habe einmal in alten Unterlagen gekramt und möchte Ihnen gerne einige Zahlen aus dem Jahr 2011 präsentieren. Denn diese sind auch heute noch weitestgehend gültig.

Danach waren in 2011 institutionelle Investoren in Europa zu durchschnittlich 35% in Aktien investiert. Für institutionelle Anleger in Deutschland, die nicht reguliert wurden, traf das ebenfalls zu. Dabei handelte es sich beispielsweise um betriebliche Pensionsfonds.

Regulierte Kapitalanlagestellen wie die meisten Versicherer investierten dagegen nur durchschnittlich 5% ihrer Gelder in Aktien. Mit solch einer einseitigen Anlagestrategie konnten vor allem die Versicherer nur eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung schaffen.

 

Neue Chancen durch Euro-Krise

Das Ergebnis sehen Sie heute noch. Allerdings muss das nicht so bleiben.

Die Euro-Krise und die darauf folgende Diskussion um Investitionen in Sachwerte haben endlich zu einem Umdenken geführt. Das können Sie besonders gut an den Werten aus der zweiten Reihe, den Nebenwerten, beobachten.

Denn der MDAX läuft in der Wertentwicklung seit Jahren dem DAX den Spitzenrang ab. Für Sie zum direkten Vergleich der Index-Gewinne (Werte gerundet):

  • Laufendes Jahr: MDAX +15,7%; DAX + 7,50%
  • Letzte 12 Monate: MDAX +36%; DAX +30%
  • Letzte 3 Jahre: MDAX + 72%; DAX +38%

Dabei: In den deutschen Nebenwerten sind deutlich mehr inländische Anleger als auch generell Privatanleger aktiv.

 

Ziehen Sie Ihre persönliche Konsequenz

Der DAX gibt zwar die Richtung im Gesamtmarkt vor. Doch ist er stark von institutionellen Investoren beeinflusst. Und die neigen dazu, den einzelnen Börsenstimmungen nachzujagen und „zittrige Hände“ zu haben.

Bei den Nebenwerten geht es dagegen oft nachhaltiger zu, was höhere Gewinne verspricht. Beachten Sie dies bei der Gewichtung Ihrer eigenen Investments.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.deutscher-wirtschaftsbrief.de“

Bildnachweis: Gevestor

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